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Bewerber für Bürgermeisteramt sammelt Unterschriften nach Ferienspaß-Aktion / Wahlleiter schaltet sich ein

Irritationen um Boyers Kandidatur

Hessisch Oldendorf. Brian Boyer (parteilos) hat bei der Suche nach Unterstützern für seine Bürgermeisterkandidatur den Landeswahlleiter auf den Plan gerufen. Dies wurde bei der jüngsten Sitzung des Gemeindewahlausschusses bekannt. Boyer sorgte für Irritationen, weil er nach einer Aktion im Rahmen des Ferienspaßes, die er begleitet hatte, Unterschriften sammelte.

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VON ROBERT MICHALLA

Konkret geht es um die sogenannten Unterstützungsunterschriften. Diese benötigte Boyer – ebenso wie sein Kontrahent Jochen Huch (parteilos/unterstützt von der CDU) –, weil beide keiner Partei angehören. Insgesamt mindestens 160 Unterschriften von Wahlberechtigten mussten beide jeweils einreichen. Die Summe schreibt das Gesetz vor, es handelt sich dabei um die fünffache Anzahl der Ratssitze. Das Gremium umfasst derzeit 32 Mitglieder.

Boyer hatte am 22. Juli 184 Unterschriften im Rathaus eingereicht. „Im ersten Moment war dieser Wahlvorschlag unproblematisch“, sagte Rathausmitarbeiter Wolfgang Linde, der stellvertretende Leiter der Bürgermeisterwahl. Aber eben nur im ersten Moment. Neun Tage später erfuhr Linde nämlich nach eigenen Worten, dass Boyer am 8. Juli im Baxmann-zentrum 34 Unterschriften gesammelt hatte. An diesem Tag konnten Eltern die Ferienspaß-Angebote bezahlen, die sie für ihre Kinder gebucht hatten. Boyers Aufgabe war es nach eigenen Worten, den Eltern den Empfang des Geldes mit Unterschrift und Stempel zu quittieren. Erst als dies erledigt gewesen sei, habe er noch auf die Unterschriftensammlung für längere Öffnungszeiten im Baxmannbad und seine Kandidatur hingewiesen, sagte Boyer. Noch während der Aktion wurde er darum gebeten, nicht weiter für sich zu werben.

Linde bekam Magengrummeln, als er von Boyers Unterschriftenkampagne erfuhr. Schließlich handelt es sich beim Ferienspaß um ein Angebot der Stadt, bei dem Boyer mithalf. Ob er – wenn auch erst kurz danach – Unterschriften für seine Kandidatur sammeln durfte, wollte Linde lieber vom Landeswahlleiter klären lassen. Wären die Unterschriften vom 8. Juli nämlich ungültig gewesen, hätte Boyer zu wenig Unterstützer hinter sich versammelt. Er hätte dann nicht kandidieren dürfen. Von wem er den Hinweis erhielt, wollte Linde nicht sagen. Der Tippgeber wolle nicht genannt werden.

„Als ich davon Kenntnis erlangt habe, habe ich sofort das Gespräch mit Herrn Boyer gesucht und den Landeswahlleiter eingeschaltet und erfragt, welche Konsequenzen das haben kann“, sagte Linde weiter. Zudem bat er Boyer vorsichtshalber, weitere Unterschriften einzureichen. Der schickte später 45 weitere ins Rathaus.

Boyer sagte, die Vorwürfe seien haltlos. Er habe Ehrenamt und Politik stets getrennt. „Ich habe immer darauf hingewiesen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat“, sagte er. Boyer engagiert sich in seiner Freizeit stark für Kinder und Jugendliche.

Mittlerweile befand der Landeswahlleiter, dass Boyers Verhalten nicht zu beanstanden sei. Die Unterschriften seien zuzulassen. Der Gemeindewahlausschuss gab denn auch grünes Licht (wir berichteten).

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