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Zwei Lebensmittelmärkte, ein Schuh- und ein Textilgeschäft / Kleine Lösung beim "Marktkauf"

Investor für Ackemann-Gelände gefunden

Obernkirchen (sig). Die Bergstadt steht vor wichtigen Weichenstellungen. Nachdem die Planungen für die weitere Entwicklung der BKK 24 grünes Licht erhalten haben, geht es jetzt um die Frage: Hat Obernkirchen die Chance, als Einkaufsstandort Fortschritte zu machen, oder gerät man gegenüber den Nachbarstädten weiter ins Hintertreffen?

So wird der Neubau aussehen.Politik und Verwaltung sehen jetzt d

Ein "gordischer Knoten" hat sich jetzt von selbst aufgelöst und den Stadtvätern die weiteren Entscheidungen damit erleichtert. Beim "Marktkauf" entfällt der zunächst großzügig geplante Erweiterungskomplex. Dafür soll ein weiteres Einkaufszentrum auf dem Gelände der früheren Baufirma Ackemann entstehen. Stadtdirektor Wilhelm Mevert hatte in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) zunächst berichtet, dass die zuständige regionale Planungsbehörde erhebliche Bedenken gegen eine Ausweitung von Fachmärkten geäußert habe. Der "Marktkauf" sollte seine Planungen konkretisieren. Zur Überprüfung wollte man einen neutralen Gutachter heranziehen. Dazu kommt es jetzt nicht mehr, denn es wird auf diesem Gelände keinen großen Neubau geben, der zugleich die Chance zur Einrichtung von Fachabteilungen innerhalb der jetzigen Verkaufsfläche geboten hätte. Wie der Verwaltungschef ankündigte, sei lediglich eine Erweiterung um 525 Quadratmeter geplant. Eine solche Maßnahme lässt sich innerhalb der bestehenden Bauleitplanung realisieren. Zusätzliche Fachmärkte werden hier also nicht angesiedelt. Stattdessen hat sich jetzt ein anderer Investor an die Stadt gewandt, um eine Nachnutzung des Ackemann-Grundstücks in Angriff zu nehmen. Es handelt sich um die Rahlfs Immobilien GmbH mit Sitz in Neustadt am Rübenberge. Der Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Günter Rahlfs und sein Sohn Dirk-Wilhelm stellten in der ASU-Sitzung ihr Unternehmen sowie die Planungen für den einstigen Baubetrieb mitsamt Büroräumen vor. Auf dem innenstadtnahen Bereich sollen ein Rewe-Vollsortimenter mit Getränkemarkt, ein SB-Markt als Nahversorger, ein Schuhgeschäft (ABC-Schuhe) und ein Textilgeschäft (family) entstehen, das dann allerdings seinen heutigen neuen Standort an der Friedrich-Evert-Straße wieder aufgeben müsste. Die regionale Planungsbehörde des Landkreises hält dieses Vorhaben auch aus der Sicht einer verschiedene Belange abwägenden Raumordnung für vertretbar. Sie sagte eine positive Beurteilung einer solchen Bauleitplanung zu, zumal damit ein sonst zur Brache zerfallender Gebäudekomplex einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt wird. In diesem Schritt sieht man zugleich eine Angebotsverbesserung für die Innenstadt. Der Investor berichtete dem Ratsausschuss, dass bereits ein Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter abgeschlossen worden sei. Das gesamte Projekt sei auch mit den vier Banken abgesprochen, die noch finanzielle Forderungen an den Vorbesitzer haben. Im Zuge der Sanierungs- und Neubaumaßnahmen sollen noch 180 Parkplätze angelegt werden. Bürgermeister Horst Sassenberg (CDU) erklärte, nach der jetzt veränderten Situation beim "Marktkauf" stehe auch er dieser Planung ausgesprochen positiv gegenüber. Eine Verbindung in Form eines Gehweges zur Bornemannstraße hin wurde von mehreren Diskussionsteilnehmern als richtig angesehen. Außerdem müsse eine vernünftige Verkehrsführung von der Neumarktstraße her gefunden werden. Über die Frage, ob die Bergstadt wirklich noch einen weiteren Getränkemarkt vertrage, wollen die ASU-Mitglieder aber noch beraten. Martin Schulze-Elvert (CDU) von der Gruppe "Mitte" und Stadtdirektor Wilhelm Mevert forderten, mit der Entscheidungüber dieses Projekt nicht zu lange zu warten. Jetzt bestehe die Chance, alte Gebäude abzureißen und den gesamten Bereich in gewünschter Weise dem städtebaulichen Bild anzupassen. Andernfalls stehe dort bald eine weiter verfallende Industriebrache. Es zeigte sich, dass niemand daran interessiert war, das Verfahren bis in die Ferienzeit oder gar bis zum Beginn der Wahlkampfperiode hinauszuzögern. Einstimmig beschloss der Ausschuss, die zur Bauleitplanung gehörenden Voraussetzungen für die Nachnutzung des Ackemann-Grundstückes zu schaffen. Parallel dazu erfolgt die Änderung des Flächennutzungsplanes.

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