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Awo-GSD-Insolvenz: Gehen Hospiz und Pflegeheim an den Awo-Bezirksverband?

Interesse bei der Muttergesellschaft

Bad Münder. In den Kreis der Interessenten für Einrichtungen der insolventen Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste (Awo GSD) rückt ein weiterer Bewerber auf: Nach Informationen dieser Zeitung will der Bezirksverband Hannover der Awo an einzelnen Unternehmensteilen festhalten.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Konkret soll sich der Bezirksverband für die einzige Tochter der Awo GSD interessieren, die von der Insolvenz nicht betroffen ist. Die firmiert unter dem Zusatz „Betreuung“, in ihr zusammengefasst finden sich die Bereiche Pflegeeinrichtung, Hospiz und ambulanter Pflegedienst. Vertreten ist die „Betreuung“ sowohl am Standort Bad Münder als auch am Standort Hann. Münden, dort allerdings lediglich mit den Bereichen Hospiz und ambulanter Pflegedienst.

In Mitarbeiterkreisen wurde die Nachricht von der möglichen Übernahme durch den Bezirksverband mit Verwunderung aufgenommen. Die Awo Gesundheitsdienste und damit auch ihre Sparte „Betreuung“ sind eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Awo Bezirksverbandes Hannover. Der allerdings war vor drei Jahren selbst in finanzielle Schieflage geraten, hatte sich von Einrichtungen trennen müssen, um die eigene Insolvenz abzuwenden. „Damals haben wir zur Rettung beigetragen“, sagen Mitarbeiter.

Das Interesse an dem Bereich „Betreuung“ mit Pflegeeinrichtungen und Pflegedienst scheint indes nachvollziehbar – zum Kerngeschäft des traditionsreichen Wohlfahrtsverbands zählt die „Awo Wohnen und Pflegen“, allein neun Pflegeeinrichtungen mit jeweils 80 bis 110 vollstationären Pflegeplätzen gehören zum hannoverschen Bezirksverband. Eine Erweiterung des bestehenden Bereiches mit Häusern zwischen Bremervörde und Hildesheim um die Standorte Bad Münder und Hann. Münden gilt in Mitarbeiterkreises als realistische Option.

Dr. Rainer Eckert, von der Geschäftsführung mandatierter Eigenverwalter, hatte zunächst versucht, die Einrichtungen der Awo Gesundheitsdienste im Paket an ein Konsortium zu verkaufen. Nachdem die zunächst exklusiv geführten Verhandlungen jedoch gescheitert sind, rückt immer stärker auch der Verkauf einzelner Unternehmensteile an unterschiedliche Bieter in den Mittelpunkt. Bereits verkauft sind die ambulanten Dialyseeinrichtungen und die medizinischen Versorgungszentren.

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