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Stadtverband wählt Nachfolger von Vauth / Kritik an der Kandidatensuche

"Integrationsfigur" soll's richten - CDU ist einstimmig für Thorwald Hey

Bückeburg (rc). Thorwald Hey ist der neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes. Auf der Jahresversammlung erhielt er 40 Ja-Stimmen, keiner der 44 Stimmberechtigten stimmte gegen ihn. Hey tritt die Nachfolge von Christoph Vauth an, der aus beruflichen Gründen sein Amt niedergelegt hat. Es gab keinen Gegenkandidaten, wohl aber ein kleines Scharmützel um die Kandidatenaufstellung.

Applaus für den soeben gewählten Parteivorsitzenden Thorwald Hey

Noch unter dem Tagesordnungspunkt "Aussprache" wollte CDU-Mitglied Jörg Harmening wissen, warum der Parteivorstand Hey als Nachfolger Vauths empfehle, wenn genau dieser Kandidat noch vor einem halben Jahr bei der Kandidatenkür zum Bürgermeisteramt als "nicht geeignet" eingestuft worden sei. Wenn es vor der Wahl nicht die Möglichkeit der Aussprache gebe, gebe eswenig Möglichkeiten, weitere potenzielle Kandidaten für den Parteivorsitz zu gewinnen, so Harmening später. Er sehe die Wahl Heys als "Schritt zurück, wenn von einem jungen auf einen älteren Vorsitzenden zurückgegangen wird: Der Generationswechsel sollte fortgesetzt werden." Ob dieses Einwurfs musste sich Jörg Harmening die geharnischte Replik der Partei - einschließlich seines Vaters Jürgen - anhören. Er wisse nicht, was diese "Attacke" soll, entgegnete Hey. Persönliche Angriffe hätten hier keinen Platz: "Schlägt das Imperium zurück?" Was Jürgen Harmening natürlich dementierte: Er halte den Wortbeitrag seines Sohnes für "unangemessen und völlig überzogen." Vauth erinnerte daran, dass im Vorfeld genügend über seinen Rücktritt berichtet worden sei. In die Bresche sprang auch Malte Bolanz, der als junger Parteigänger selbst zur engeren Wahl des Parteivorstandes für den Parteivorsitz gehört hatte: "Thorwald Hey ist für die CDU die Integrationsfigur, die wir brauchen." Der Noch-Vorsitzende Christoph Vauth sagte zu den Vorschlagskriterien des Vorstandes, Partei und Fraktion wollten den Fokus verstärkt auf die Themen Kinder und Familien legen. Die Frage sei gewesen, wer unter dieser Prämisse für den Vorsitz geeignet sei und sich "relativ schnell" ins kalte Wasser werfen lasse: "Aus diesem Grund hat der Vorstand einstimmig Thorwald Hey empfohlen." Bei seiner Vorstellung hatte sich Hey als "Teamarbeiter" empfohlen, der sich "im Team wohl und stark fühlt". Er wolle alle Mitglieder in die Parteiarbeit einbeziehen, für alle erreichbar sein und Anregungen und Kritik aufnehmen. Seit 1978 ist er Parteimitglied, seit 1986 sitzt er im Rat der Stadt Bückeburg, wo er unter anderem die Aufgabenfelder Soziales und Schule bearbeitet. Hey ist 55 Jahre alt, geborener Bückeburger, verheiratet mit Kind. Für seine Arbeit konnte Christoph Vauth von allen Seiten Dank entgegennehmen. "Er hat die Partei modernisiert", so etwa der Fraktionsvorsitzende Christopher Wuttke. Vauth selbst schloss nicht aus, in fünf oder zehn Jahren wieder zur Verfügung stehen zu können. Um den Kontakt zur Kommunalpolitik nicht zu verlieren, will er bei der Kommunalwahl im September für den dann wohl fusionierten Ortsrat Meinsen-Warber kandidieren.

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