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Integration ohne Zeitung? Reaktionen nach islamischem Fest

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Hameln (bha). Mit Bedauern und Unverständnis haben Hamelner auf das Vorgehen der Islamischen Gemeinde Hameln gegenüber der Dewezet reagiert. Ein Türsteher der Gemeinde hatte einer Redakteurin und der Fotografin den Eintritt zum Kulturfest in der Rattenfänger-Halle am Sonntag verweigert.

Auch eine schriftliche Ausladung, versehen mit fünf Unterschriften, liegt der Redaktion seit Montag vor. In der kurzen Mitteilung schreibt die Gemeinde: „Mit unserer Veranstaltung ,Wir sind Familie‘ beabsichtigen wir einen harmonischen Tag voller Freude zu verbringen. Leider sind wir dazu gezwungen, Sie auszuladen. Ihr Artikel vom 19.11.2011 in der Dewezet sind nach unserer Ansicht nicht mit den Zielen dieser Veranstaltung in Einklang zu bringen.“ Gerne hätte die Gemeinde die Dewezet als Gast willkommen geheißen, und die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, heißt es weiter; sie basiere aber auf dem mehrheitlichen Wunsch unserer Gemeindemitglieder.

Im genannten Artikel zum Kulturfest waren sprachliche Hürden thematisiert worden – das Programm sollte laut Gemeinde „leider nur auf Türkisch“ sein“ – und die Beobachtungen der Moschee des Islamischen Gemeinde Hameln e. V. durch den Verfassungsschutz. Der Türsteher hatte „falsche Berichterstattung“ als Grund für die Ablehnung der Presse genannt.
Sein Bedauern über die Ausladung hat Omar El Charif vom arabische Verein Al Rahman für Integration gestern schriftlich zum Ausdruck gebracht. Als Vorsitzender des Vereins hatte er auf der Veranstaltung gesprochen. Er bedauere es, schreibt El Charif, weil die Meinung der Dewezet-Leser sehr wichtig sei.
Verständnislos hat Christa Bruns reagiert, die sich für den Austausch zwischen den Religionen stark macht, speziell in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hameln. „Zeitung ist der Transporteur für das Thema Integration“, sagt sie. Und wenn es einen Fehler in der Berichterstattung gegeben habe, hätten die Betroffenen vorher um eine Korrektur bitten können. In der Annahme, dass sie bei dem Fest nichts verstehen würden, hatte sich der Vorstand entschieden, nicht teilzunehmen.

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