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Tschernobylhilfe präsentiert: Benefiz mit dem Kammerchor Cantemus

In Swonez leben 32 Familien ohne jede Zukunftsperspektive

Eilsen. Die Bad Eilser Tschernobylhilfe begeht am Samstag, 26. April, den 22. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Damit die vor allemüber die Bürger Weißrusslands damals hereingebrochene Tragödie nicht vergessen wird, gehen die Bad Eilser nun erneut an die Öffentlichkeit.

22 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl will der Ka

Von der damaligen Sowjetunion wurde der Unfall zunächst verleugnet, danach verharmlost. Die westliche Atomlobby schloss sich dieser Verharmlosung an. Bis heute werden in aller Welt die medizinischen, sozialen, psychologischen und wirtschaftlichen Folgen widersprüchlich behandelt. Die weißrussische Regierung strich erst kürzlich viele finanzielle Vergünstigungen für die betroffenen Menschen in den stark verstrahlten Gebieten nördlich von Tschernobyl. Die vom Westen zugesagten Finanzen zur Sicherung der bröckelnden Betonhaube über dem havarierten Reaktor kommen nicht an. Die Welt vergisst die leidenden Menschen in der Tschernobylregion. Die Gruppe der Tschernobylhelfer aus der evangelischen Kirchengemeinde Bad Eilsen kennt die Situation ihrer Anbefohlenen in Belarus sehr genau. Zurzeit werden 25 Familien mit krebskranken Kindern betreut. Erkrankungen an den Folgen des Reaktorunfalles im Jahr 1986 nehmen immer noch zu. Die Armut der meist auf dem Land lebenden betroffenen Familien erschwert es, vitaminreiche Nahrung sicherzustellen, gute Medikamenteüber längere Zeit zahlen zu können, den Kinder wenigstens ab und zu eine besondere Freude machen zu können. Im Patendorf Swonez leben 32 Familien, die eigentlich regelmäßig finanziell unterstützt werden müssten. Schule, Kindergarten, Ärztestation und Krankenhaus erhoffen sich auch Hilfe aus Bad Eilsen. Die Bewohner des Patendorfes habenüberhaupt keine Zukunftsperspektive. Es gibt für die Jugendlichen keine Ausbildungsplätze. Niemand wird im Dorf investieren, denn die Gegend ist auf immer verstrahlt. Ausbildungshilfen sind nötig, um den Kindern die Berufsausbildung in der Kreisstadt oder der Bezirkshauptstadt zu ermöglichen. Die Bad Eilser erwarten am 21. Mai wieder 15 Kinder aus ihrem Patengebiet mit ihrer Lehrerin zur Erholung in hiesigen Familien. Diese Erholungsmaßnahmen stärken das Immunsystem der Kinder, das durch die Verstrahlung geschwächt ist. Um die SchaumburgerÖffentlichkeit immer wieder über ihre Arbeit zu informieren und die Spendenkasse immer wieder gut füllen zu können, machen die Bad Eilser immer wieder durch rege Pressearbeit auf sich aufmerksam. Am Samstag, 26. April, 18 Uhr, findet in der Christuskirche Bad Eilsen ein Benefizkonzert der besonderen Art statt: Der Bückeburger Kammerchor Cantemus konnte für einen Auftritt gewonnen werden. Die Bad Eilser hoffen auf möglichst viele Besucher bei diesem Konzert. In den Pausen werden Briefe und Gedichte weißrussischer Kinder vorgetragen. Eine kleine Ausstellung informiert über die Arbeit der Bad Eilser. Den musikalischen Leckerbissen "Cantemus" sollte sich kein Schaumburger Musikfreund entgehen lassen! Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten.

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