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In der Grundschule Eimbeckhausen ist Sterben kein Tabu-Thema

Spielerisch widmen sich die Schüler Themen wie Leid und Tod. Dabei entsteht etwa eine „Trost-Blume“ (kleines Bild) mit Ideen, wie sie mit Trauer umgehen können. fotos: herzfeldt

Autor:

Leonie Herzfeldt

EIMBECKHAUSEN. Für die Kinder der Klasse 4b war es eine Projektwoche der etwas anderen Art. Eine ganze Woche unter dem Thema „Hospiz macht Schule“, eine traurige Woche – so zumindest die Annahme vieler besorgter Eltern und außenstehender Personen. Doch die Grundschule Eimbeckhausen und der Verein für Hospizarbeit Springe zeigten auch in diesem Jahr wieder: Hospizarbeit und Schule gehen wunderbar Hand in Hand. „Es gab keine Tränen. Im Gegenteil, die Kinder haben es genossen und sich vollkommen auf das Projekt eingelassen“, sagt Wiebke Molitor, Klassenlehrerin der 4b.

Mit Fingerfarben, einem Film und jeder Menge bunter Spiele im Gepäck hatten die sechs ehrenamtlichen Helfer des Vereins für Hospizarbeit die Herzen der Kinder schnell erobert. Danach erarbeiteten sich die Grundschüler in mehreren Kleingruppen auf spielerische Art und Weise Themen wie Leid, Tod und Trauer. „Jeder Tag war ein Aha-Erlebnis für die Klasse. Eine Anregung, über Dinge nachzudenken, mit denen man sich sonst nicht so sehr beschäftigt“, so Molitor weiter. Dabei hätten viele ihrer Schützlinge in den Ehrenamtlichen auch eine Bezugsperson gefunden, der sie mögliche Sorgen und Ängste stets anvertrauen konnten.

Zweimal jährlich führen die Koordinatorin des Projekts Katrin Moormeister und ihr Team diese Projektwochen in verschiedenen Grundschulen aus der Region durch. „Das Angebot richtet sich an dritte und vierte Klassen. Die Erfahrung zeigt, dass die seelische Reife und Empathiefähigkeit der Kinder hier optimal sind“, so Moormeister. Die Ehrenamtlichen seien außerdem speziell für solche Projekte geschult.

In der 4b war die Bilanz der Woche bei allen Beteiligten eindeutig: „Hospiz macht Schule“ war ein voller Erfolg. Am letzten Tag präsentierten die Kinder ihren Eltern, was sie erarbeitet hatten: Stolz zeigten sie ihre kunterbunten Bilder oder warfen gemeinsam einen Blick auf die neue „Trost-Blume“, die jetzt den Klassenraum ziert. Hier steht auf jedem Blatt eine Idee, was die Kinder tun können, wenn sie mal traurig sind oder wenn sie selbst jemanden trösten möchten.

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