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Kur- und Verkehrverein: Mit den Interessen einer Kurstadt nicht vereinbar / Arbeitsplätze in Gefahr?

Immer mehr Protest gegen Schweinemast

Bad Münder (mf). Der Widerstand gegen den Bau eines Schweinemastbetriebes am Deisterhang wächst. Der Kur- und Verkehrsverein warnt eindringlich davor, die Ansiedlung zuzulassen. Die Kurstadt werde andernfalls erheblich Schaden nehmen, fürchtet der Vorstand.

Gegen die Pläne Nettelreder Landwirte zum Bau einer Schweinemast

Dabei gehe es zum einen um die Interessen der nahen Kliniken und Schulungseinrichtungen. „Eine Schweinemast in diesem Gebiet würde jegliche Pläne für Erweiterungen oder gar Neubauten künftig infrage stellen“, glaubt der KVV-Vorstand. Weiter heißt es in einer Erklärung: „Wir sehen bei der Verwirklichung dieses Bauvorhabens vorhandene Arbeitsplätze eher abgebaut als gesichert.“

Dass gerade dort, wo Menschen gesundheitliche Erholung suchen, eine Schweinemast mit 1200 Tieren entstehen soll, sei völlig inakzeptabel. Die Stadt werbe für den Gesundheitsstandort vor allem auch mit dem Hinweis auf gesunde und saubere Luft. „Täglich kommen Gäste mit Atemwegserkrankungen nach Bad Münder, die im Kurpark am Gradierwerk Erleichterung und Heilung bekommen“, erinnert KVV-Chef Günter Bargmann. All dies werde zunichte gemacht, wenn in Zukunft Güllegestank durch die Stadt wabere. Der KVV habe seit Bekanntwerden der Pläne denn auch mehrfach Anrufe besorgter Bürger erhalten.

Der Kur- und Verkehrsverein fürchtet, dass mit Genehmigung der Schweinemast auch sein eigenes, jahrzehntelanges Engagement wertlos wird. „Mit einem Schweinemastbetrieb am Deisterhang sehen wir viele Dinge infrage gestellt.“

Für unvereinbar mit den Zukunftsinteressen der Stadt hält auch Grünen-Fraktionschef Gerhard Fiedler das Vorhaben. Die Entwicklung Bad Münders stehe schon jetzt auf wackeligen Füßen. Mit der Schweinemast werde sich die ohnehin schwierige Lage nochmals verschärfen. „Die vielen Runden Tische und Bemühungen zur Attraktivitätssteigerung würden auf diese Weise Verachtung gestraft“, glaubt Fiedler. Es müsse sogar befürchtet werden, dass der eine oder andere Einwohner, vom Güllegestank angewidert, der Stadt für immer den Rücken kehrt. Das Gemeinwohl dürfe daher nicht Einzelinteressen geopfert werden, warnt der Grünen-Politiker.

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