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Statt beim Tag der Sicherheit waren Helfer gestern im Flüchtlingshilfe-Einsatz

Immer im Einsatz

Bad Münder. Einen besseren Beweis für ihre Wichtigkeit hätte es kaum geben können: Zahlreiche Retter und Helfer fehlten gestern beim dritten Tag der Sicherheit – weil sie im Einsatz waren. Selbst während der Veranstaltung rückten Kräfte ab, um in der Flüchtlingseinrichtung in Hameln einzuspringen. Ein Erfolg war die Veranstaltung dennoch: Mehr als 1000 Besucher kamen in die Innenstadt, um die zahlreichen Aktionen zu bestaunen oder sich zu informieren.

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VON CHRISTIAN ZETT

Es tropfte beim Technischen Hilfswerk. Die Helfer aus Hameln waren mit ihrer Schau-Tauch-Anlage gekommen. „Wir waren aber so viel im Einsatz, dass wir mit dem Abdichten nicht fertig geworden sind“, sagt Andreas Meyer. Also lief das Wasser in Strömen aus den Scheiben der blauen Riesentonne auf den Asphalt.

Die Kinder störte es nicht: Sie schauten staunend durch die Fenster, wann immer sich ein Taucher drinnen zu schaffen machte. Die Hamelner Einheit ist eine von nur zwei in Niedersachsen. „Wir helfen bundesweit bei Schiffshavarien oder auch wenn es etwas an Rohren unter Wasser zu reparieren gibt“, sagt Meyer. Nebenan an war auch das THW aus Springe vertreten, das einen Tag zuvor erst sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hatte.

Auch die Feuerwehr war vor Ort: mit Einsatzfahrzeugen, mit Rauchmelder-Werbung – und mit Vorführungen: So zeigten die Kameraden, wie eine Rettungsschere funktioniert. Die Ehrenamtlichen der Verkehrswacht hatten gleich mehrere Stationen, an denen die Besucher sich selbst versuchen konnten: Im Überschlag-Simulator merkten sie, wie unerwartet schwierig einfache Dinge wie das Öffnen der Tür sein können, wenn das Auto nach einem Unfall plötzlich auf dem Kopf steht.

Zwischen Polizei und Verkehrswacht stellten Ralf Bolte und seine Kollegen vom Landkreis Hameln-Pyrmont ihre Geräte vor, mit denen sie die heimischen Straßen überwachen – und Raser blitzen. Dabei ging es nicht nur um die Technik – sondern auch um Vorurteile: „Abzocke!“ – das sei der häufigste Vorwurf, sagt Bolte. Geduldig erklärte er gestern den Nachfragern, warum der Landkreis wann und wo seine Geräte aufstellt. Und er machte auch deutlich, dass nicht nur Schulen und Kindergärten zu den Gefahrenpunkten gehören. Und wenn gar kein Argument hilft? „Dann sage ich den Leuten, dass sie ihren Führerschein gemacht haben und damit auch selbst für sich verantwortlich sind.“ Viele Besucher wollten allerdings gar nicht meckern. Sondern ließen sich Kameras und Radar erklären.

Das DRK zeigte zahlreiche seiner Angebote. Und musste bei einer Aktion improvisieren: Die geplante Verpflegung aus der Feldküche fiel aus: „Wir brauchten alles in Hameln“, sagt Bereitschaftsleiter Philipp Sokol. Sie sind eben immer im Einsatz, die Helfer.

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