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Engagiert im Kampf gegen Genmais: "Rechtliche Folgen für mich weniger schwerwiegend als die für die Natur!"

Imker Michael Grolm von Haft und Geldstrafe bedroht

Rinteln/Oderbruch (ur). Über eineinhalb Hektar genmanipulierten Mais "niedergetrampelt" haben inzwischen die Feldbesetzer auf einer 70 Hektar großen Versuchsfläche im brandenburgischen Oderbruch - und das, obwohl die Aktionen der Initiative "Gendreck-weg" von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet sind. Auch sintflutartige Regenfälle konnten die rund 50 aktiven "Feldbefreier" nicht an der "vorgezogenen Maisernte" hindern, während viele hundert Sympathisanten von Helikoptern der Polizei und des Grenzschutzes beobachtet durch die Versuchsflächen zur Kundgebung nach Altreez zogen.

Michael Grolm. Foto: cok

Zu den "Rädelsführern" und Mitbegründern der Initiative gehört auch ein Rintelner - der Imker Michael Grolm, der über seine Beschäftigung mit der Bienenzucht auf die Risiken der Genmanipulation aufmerksam wurde und auch bei seinem Stand auf dem Ökomarkt in Rinteln regelmäßig auf die Probleme mit genetisch manipuliertem Saatgut aufmerksam machte. Grolm wurde am Sonntag gegen 14 Uhr während der Aktionen auf dem Feld festgenommen und in polizeiliches Gewahrsam verbracht. Dem Berufsimker wurde außderem eine einstweilige Anordnung übergeben, mit der Androhung von sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von immerhin 250 000 Euro. Was Grolm zunächst nicht sonderlich zu beeindrucken scheint: "Die rechtlichen Folgen für meine Person sind längst nicht so schwerwiegend wie die Gefahren für die Natur, die vom Genmais ausgehen!" erklärte er dazu gegenüber unserer Zeitung. Und verweist seine Schaumburger Freunde und Sympathisanten auf dieregelmäßig aktualisierten Internet-Informationen unter www.gendreck-weg.de , wo auch ein Spendenkonto zur Unterstützung der Feldbefreier angegeben ist. Dort kann man auch erfahren, wie man sich aktiv in diese Auseinandersetzungen einbringen kann.

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