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Musikakademie dankt Förderern mit Sonderauftritt / Herz öffnen

IMAS mit Absicht aus dem Takt: Konzert im Palais "forte geglückt"

Bückeburg (bus). Die Internationale Musikakademie für Solisten (IMAS) ist ein wenig aus dem Takt gekommen. Für gewöhnlich geben die Absolventen der Meisterkurse ihr stets ausverkauftes Konzert im September (2006: während der 28. Arbeitsphase am Sonnabend, 16. September) im großen Festsaal von Schloss Bückeburg. In diesem Jahr haben die Organisatoren erstmals eine zusätzliche Aufführung im Herminen-Palais veranstaltet. "Damit wollen wir uns bei unseren Mitgliedern und Förderern bedanken", erläuterte IMAS-Vorsitzender Dr. Herbert Groeger.

Zudem solle der Zusatztermin "die Verbindungübers Jahr erhalten" und den jungen Künstlern ein weiteres Forum bieten. Obwohl die Musik den Nachmittag dominierte, ließ ein sich anschließender festlicher Empfang erahnen, dass die seit 1987 in der ehemaligen Residenzstadt ansässige Akademie etwas über den Rand der Notenblätter hinausschielte. "Wir wollen dem Publikum auch dahingehend das Herz öffnen, uns über den normalen Beitrag hinaus zu unterstützen", sagte Groeger. Spenden und neue Mitgliedschaften seien gleichermaßen willkommen. Falls sich aus dem Schlussapplaus klingende Münze schlagen ließe, könnte das Vorhaben als forte geglückt bezeichnet werden. Der war zwar zu einem großen Teil dem Pianisten Ji-Hwan Hong und dessen furioser Interpretation von Mily Balakirevs (1837 bis 1910) Islamey geschuldet, dürfte aber zugleich dem Gesamtereignis gespendet worden sein.Dennoch: Mit welcher Könnerschaft der nicht einmal 20 Jahre alte Südkoreaner des russischen Tonsetzers Meisterwerk, dem in der Tastenwelt eine "schaurige Virtuosität" nachgesagt wird, interpretierte, riss das Auditorium zu Recht zu einem imposanten Beifallssturm hin. Das Konzert bot außer der auf einem kabardischer Tanz aus dem Nordkaukasus basierenden Islamey zahlreiche weitere Glanzpunkte. Die jeweils mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Elena Kolesnitschenko (Klavier) und Igor Bobowitsch (Cello) begeisterten mit Phantasiestücken aus der Feder von Robert Schumann, MartinaFiljak (Klavier, drei Solo-CDs) verzückte die Besucher mit Sergej Rachmaninows "Moments musicaux". Esther (Klavier) und Lea (Violine) Birringer hatten sich für den dritten Satz der Sonate für Klavier und Violine (Op. 18, Es-Dur) von Richard Strauss entschieden. Die Geschwister hatten einige Mühe, die Akustik des Palaissaals auszuloten. Was das Zusammenspiel von Klavier und Cello und die Solodarbietungen hervorragend abbildete, geriet im Duo von Klavier und Violine dem Saiteninstrument ein bisschen zum Nachteil.

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