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Bad Nenndorfer Delegation bleibt auf dem Weg nach Gdów stecken / Austausch-Paket geschnürt

Im Schneckentempo geht's in die Partnerstadt

Bad Nenndorf (rwe). Einen recht mühseligen Weg hat die Bad Nenndorfe r Delegation in ihre 913 Kilometer entfernte Partnerstadt Gdów gehabt: Zwölfeinhalb Stunden dauerte die Tour aus der Kurstadt bis zum Empfang am Rathaus.

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200 Kilometer vor dem Ziel wähnte sich die Reisegruppe aus Bad Nenndorf noch auf gutem Weg, wie geplant nach zehn Stunden das Ziel zu erreichen. Doch spätestens in Katowice und später in Krakau hieß es allenfalls noch "stop and go" für die Fahrer Frank Lohmann und Ekkehard Dürig. Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und dessen Stellvertreter mussten das kleine Empfangskomitee in Gdów gut zweieinhalb Stunden warten lassen. Baustellen, Mautstationen und Feierabendverkehr ließen die beiden Transporter zeitweise nur im Schneckentempo voran kommen. Die Anreise wurde am Ende zur Geduldsprobe - vor allem für die erst 22 Monate alte Cara Lohmann, die in "Opa" Konrad Götze einen neuen Spielgefährten fand. Nenndorfs Ehren-Samtgemeindebürgermeister nahm die strapaziöse Tour trotz seiner 84 Jahre mit Humor. "Wir haben auch in Polen ein langes Wochenende", erklärte Deutschlehrer Pawel Ziemianek bei der Ankunft, warum die ohnehin belasteten Straßen so verstopft waren. Zudem werde wegen der Fußball-EM 2012 schon jetzt das Verkehrsnetz an vielen Stellen gleichzeitig ausgebaut. Ziemianek, der als Fremdenführer und Dolmetscher fungiert, hieß gemeinsam mit Gemeindesekretär Josef Zajac und dem für die Besucher zuständigen Angestellten Stanislaw Ciuba die 13 Gäste am Rathaus willkommen. Auf eine offizielle Präsentation der 17 000 Einwohner zählenden Gemeinde Gdów verzichtete Zajac aber. "Sie haben einen langen Weg hinter sich, das machen wir später", sagte er und kündigte in seiner Begrüßung "streng und intensiv" organisierte Tage an. Für das "tolle Ausflugsprogramm" bedankte sich Lohmann schon einmal vorweg. Dabei sollten beide Seiten aber nicht vergessen, die gemeinsamen Austauschaktivitäten vorzubereiten. "Wir wollen die Freundschaft vertiefen." Lohmann freute sich auf die schönen Tage in Gdów, die vor allem diejenigen beeindrucken dürften, "die erstmals hier sind". Einen ersten guten Eindruck konnte sich die Gruppe in Polens heimlicher Hauptstadt Krakau machen, in der Papst Johannes Paul II. einst als Bischof wirkte. Drei Stunden führte die studierte Touristikerin Agnieszka Czernecka die Gäste durch die weitgehend erhalte Altstadt, zeigte ihnen den Marktplatz mit den Tuchhallen und der Marienkirche, führte sie im Schloss Wawel durch die Krönungskathedrale. Ihren Auftrag hat die Bad Nenndorfer Delegation schon am ersten Abend erfüllt: Gemeinsam mit ihren Gastgebern aus Gdów hat sie nicht nur das Austauschprogramm verabredet, Deutsche und Polen sind sich im ehemaligen Atelier des weltberühmten Künstlers Thadeusz Kantor auch ein großes Stück näher gekommen. Bürgermeister Zbigniew Wojas hatte in das "Haus der Schöpfung" eingeladen, das Polens berühmtester Künstler der Nachkriegszeit in den grünen Hügeln der Gemeinde Gdów als Refugium geschaffen hatte. Hier schnürten Wojas und Lohmann das Paket gegenseitiger Begegnungen 2008 und 2009. Im Atelier kam es derweil und auch danach zu freundschaftlichen Gesprächen zwischen Gastgebern und Gästen.

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