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Im historischen Stadtkern von Hameln geben junge Leute den Ton an

Insgesamt 1620 Haushalte gibt es in der Hamelner Altstadt. In diesem von der Weser und den Wällen begrenzten historischen Kern leben 2111 Einwohner. Das sind deutlich weniger als in anderen Stadtvierteln, aber mit 0,4 Quadratkilometern Fläche ist die Altstadt auch der kleinste Stadtteil von allen. Mit einer vergleichsweise hohen Gebäudedichte: 688 Bauwerke stehen hier dicht an dicht.

Längst leben hier nicht mehr nur ältere Menschen: Der Anteil der über 65-Jährigen fällt mit 15,3 Prozent am geringsten von allen Stadtteilen aus. Dafür leben mit 18,8 Prozent mehr Ausländer in der Altstadt als in irgendeinem anderen Stadtteil. Die Altstadt ist fest in der Hand von jungen Leuten: Über ein Viertel der Bewohner, nämlich 26,6 Prozent, sind unter 25 Jahre alt. Nur noch in Hameln-Süd gibt es einen vergleichbar hohen Anteil junger Leute.

48 Prozent aller Altstadt-Bewohner wohnen in Mehrfamilienhäusern, und zwar überwiegend in Gebäuden, die vor 1900 oder bis 1945 entstanden sind (88 Prozent).

Der Reiz der Innenstadt für junge Leute liegt in der Mischung von günstiger Wohnraummiete, zentraler Lage und einer großen Lokal- und Ladendichte. Kein Wunder, dass hier auch die Kaufkraft besonders stark ist: Mit einem Index von 124,3 toppt die Altstadt alle anderen Stadtviertel deutlich. Zum Vergleich: Der kaufkraftschwächste Stadtteil Hameln-Ost bringt es nur auf einen Index von 95,9.

Bei der Bundestagswahl 2002 haben 43,5 Prozent die SPD gewählt, 33,2 Prozent die CDU, gefolgt von den Grünen (9,7 Prozent) und der FDP (8,2 Prozent). Andere Parteien spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Im Hinblick auf Lebensstil und soziale Schichtung hat das Marktforschungsinstitut Sinus Sociovision in Heidelberg für Hamelns Altstadt ein sehr bunt gemischtes Milieu festgestellt: Neben den auf Sicherheit und Ordnung bedachten Traditionsverwurzelten (15 Prozent) gibt es eine ausgeprägte bürgerliche Mitte (14 Prozent), die sich aus statusorientierten, modernen Mainstream-Menschen rekrutiert. Aber auch Konsum-Materialisten (12 Prozent) sowie eine hedonistische, Spaß-orientierte Unter- und Mittelschicht, eine extrem individualistische neue Bohème als auch eine junge, unkonventionelle Leistungselite ist in der Altstadt mit jeweils 11 Prozent stark vertreten. Kaum eine Rolle spielt das konservative alte deutsche Bildungsbürgertum. kar

die altstadt in Zahlen

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