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Service für Ersthelfer

Idee für ländliche Regionen: eine Lebensretter-App

Greifswald (dpa) - Mit einer Lebensretter-App soll Menschen mit Herzinfarkt in einem Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern rasch geholfen werden.

Projektleiter Peter Brinkrolf präsentiert die Lebensretter-App "Landretter" auf einem Monitor. Foto: Stefan Sauer

Ersthelfer wie Ärzte, Krankenschwestern oder Feuerwehrleute in der Nähe bekämen eine Nachricht aufs Handy, erklärte der Initiator des Projektes, Klaus Hahnenkamp von der Universitätsmedizin Greifswald. Sie könnten dann mit Reanimationsmaßnahmen die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Die Smartphone-App «Landretter» wurde jetzt für den dünn besiedelten Kreis Vorpommern-Greifswald freigeschaltet. Rund 100 Menschen haben sich bereits als qualifizierte Helfer registrieren lassen. Die App sei kein Ersatz, sondern eine Ergänzung der bestehenden Rettungskette, hieß es.

In Mecklenburg-Vorpommern gelten von Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungswagens Hilfsfristen von zehn Minuten. «Diese Vorgaben sind sportlich», sagte der Dezernent für Soziales, Dirk Scheer. Es gebe Regionen im Kreis, in denen es schwierig werde, sie einzuhalten. Studien belegten aber, dass sich die Überlebenschance nach einem Herzinfarkt bei einer schnellen Laienreanimation verdopple und mit einer Reanimation durch professionelle Ersthelfer sogar vervierfache, sagte der Notfallmediziner Hahnenkamp.

Die App meldet der Leitstelle, welcher registrierte Ersthelfer mit seinem Handy in der Funkzelle eingeloggt ist, aus der auch der Notruf abgesetzt wurde. Sind Helfer in der Nähe, erhalten sie eine Nachricht, bekommen auf eine Bestätigung hin den genauen Standort des Erkrankten und können rasch mit der Reanimation beginnen.

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