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In einigen Kommunen wird es Diskussionenüber familienfreundliche Baulandpreise geben

"Idee finde ich gut" - "Lage muss stimmen"

Landkreis (jl). Die Einführung von familienfreundlichen Baulandpreisen durch die Stadt Rehburg-Loccum vor wenigen Wochen (wir berichteten) wird in Schaumburg nicht ohne Echo bleiben. In einigen Kommunen wird es politische Vorstöße nach Rehburg-Loccumer Vorbild (siehe "Fakten") geben. In anderen nicht, weil es teilweisekeine kommunalen Bauplätze gibt oder deren Absatz auch ohne Kinderbonus funktioniert.

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"Die Idee finde ich gut" lautet der Kommentar von Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann zum Baulandmodell der Nachbarn im Kreis Nienburg. Doch "so weit sind wir noch nicht", ergänzte der Bürgermeister und wollte damit ausdrücken, dass er den Ansatz für diskussionswürdig hält. Stadthagen bietet zurzeit so etwas wie die Vorstufe zum Modell der nördlichen Nachbarn. Im innerstädtischen Baugebiet Johannishof nimmt die Stadt für den Quadratmeter 45 Euro für den Quadratmeter plus Erschließung. "Das liegt deutlich unter den sonst gehandelten Preisen", stellte Hellmann fest. Die liegen in der Kreisstadt so um die 100 Euro. In Bückeburg werde es in absehbarer Zeit in den Gremien wohl eine Diskussion um familienfreundliche Baulandpreise geben, ist sich Karlheinz Soppe, Leiter des Fachbereichs Bau im Rathaus der ehemaligen Residenzstadt sicher. Die Stadt sei dabei, Land für 30 bis 40 Bauplätze zu aquirieren, soziale Preisgestaltung sei für eine familienfreundliche Stadt Pflicht. In der Samtgemeinde Nenndorf wird es nach Einschätzung von Bürgermeister Bernd Reese keine Reaktion auf den Impuls aus Rehburg-Loccum geben, weil es zurzeit kein kommunales Bauland gebe, zumindest nicht in Bad Nenndorf. Das trifft auch für die Samtgemeinde Lindhorst zu, wo laut Bürgermeister Gerd Busche sämtliche Baugebiete durch private Erschließungsträger beackert werden. Von "diesen fordern wir auch immer sozialverträgliche Erschließungspreise", skizzierte Busche den Bereich, wo die Kommune versucht, familienfreundlich zu wirken. Bei den Lindhorster Nachbarn in der Samtgemeinde Niedernwöhren sind die kommunalen Baulandbestände laut Bürgermeister Fritz Anke auf kleine Bestände in Pollhagen und Lauenhagen geschrumpft. Pollhagen hat den Preis bereits heftig -von 49,90 auf 29,90 Euro herunter geschraubt. In Lauenhagen steht dieser Schritt laut Anke in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde zur Debatte. Grund ist der stockende Bauland-Umsatz. Fritz Anke, der Helpser Bürgermeister Adolf Neitsch und Arthur Adam, Bürgermeister der Samtgemeinde Sachsenhagen, haben in den Gesprächen mit dieser Zeitung ein ganz entscheidendes Kriterium genannt, das bei der Bauland-Vermarktung wichtiger zu sein scheint als der Preis: die Lage des Bauplatzes. Weil die Infrastruktur gut ausgebaut sei und die Verkehrsanbindung günstig, werden laut Adam in Hagenburg noch kommunale Bauplätze zum Quadratmeterpreis von 105 Euro umgesetzt. Je weiter die Plätze von den genannten Eckpunkten entfernt liegen, desto zäher der Umsatz. Das gilt in Sachsenhagen für die Gemeinde Wölpinghausen, das gilt in der Samtgemeinde Nienstädt für Helpsen, wo die Gemeinde auf einem halben Dutzend Plätzen zum Quadratmeterpreis von 47 Euro sitzt. "Wenn die Plätze beim Bahnhof oder am Bergkrug lägen, hätte ich viele Käufer", weiß Neitsch aus vielen Gesprächen. "Die Infrastruktur muss stimmen", brachte es Anke auf den Punkt.

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