weather-image
27°

„Ich war das mit dem Uwe“

Bad Münder. Unter Tränen hat ein 39 Jahre alter Mann zwei Gästen einer Kneipe gebeichtet: „Ich war das mit dem Uwe“. Als die Frau und der Mann nachfragten und feststellten, dass sich die Aussage auf den Mord an Uwe H. (54) bezog, erschraken sie. Der stark alkoholisierte Münderaner wurde nach Informationen dieser Zeitung am Freitagabend von Polizeibeamten in seiner Wohnung an der Osterstraße vorläufig festgenommen und der Mordkommission übergeben. Kriminaltechniker suchten noch in der Nacht nach Spuren und Beweismitteln.

270_008_5851396_polizei_symbolbild_dpa.jpg

Nach seiner Ausnüchterung wurde der 39-Jährige vernommen. Der Tatverdächtige legte jedoch bei der Polizei kein Geständnis ab; er bestritt gegenüber den Ermittlern, etwas mit dem gewaltsamen Tod des dreifachen Vaters zu tun zu haben. Für die Beamten ist der 39-Jährige kein Unbekannter. „Nach dem Tötungsdelikt ist er von uns überprüft worden, ohne dass jedoch ein Tatverdacht gegen ihn begründet werden konnte“, sagte gestern ein Mitglied der Mordkommission. Da zunächst keine belastenden Beweise gefunden werden konnten, sei der Mann auf Anordnung der Staatsanwaltschaft am Sonnabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Unklar ist, warum er gesagt hat, er sei „das mit dem Uwe“ gewesen. Die Ermittlungen dauern an. Die Mordkommission müsse nun die Auswertung der gesicherten molekularbiologischen Spuren abwarten, hieß es gestern.

Fakt ist: Die Polizei hat jetzt zwei Tatverdächtige. Bereits am 14. August war ein Bekannter (45) des Mordopfers vorläufig festgenommen worden. Gegen diesen Mann besteht nach wie vor ein einfacher Tatverdacht. Am Abend zuvor war die Leiche von Uwe H. neben einem Fußweg gefunden worden. Gerichtsmediziner sprechen von „massiver Gewalteinwirkung gegen Hals und Kopf“.

Eine am 22. August im Hausmüll entdeckte Hose mit Anhaftungen von Blut wird immer noch im Landeskriminalamt untersucht. Wann erste Ergebnisse aus dem DNA-Labor vorliegen, kann derzeit niemand sagen. „Molekularbiologische Analysen dauern leider etwas länger“, hieß es auch gestern wieder.ube

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare