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„Ich fühle mich da wohl, wo ich gerade bin“

700 Fans feiern Gustav Peter Wöhler im Aegi / Gut gecovert ist halb gewonnen

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Ob Ulrich Tukur mit seinen Rhythmus Boys, Uwe Ochsenknecht oder Ben Becker – sie haben bereits mehr oder weniger erfolgreich das Drehbuch gegen ein Notenblatt eingetauscht, sich so ein zweites Standbein geschaffen, auf dem man oft auch gut stehen kann.

So auch Gustav Peter Wöhler, den die Menschen vor allem als Schauspieler aus dem Fernsehen, Kino und Theater kennen. „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“, „Soulkitchen“, „Derrick“, „Das Wunder von Lengede“ – Filme, in denen der 57-Jährige die unterschiedlichsten Charaktere verkörperte.

Mit seiner Gustav-Peter-Wöhler-Band interpretiert er Klassiker aus Jazz, Pop, Rock und Reggae neu, erfüllt sich so, wie auch viele seiner Kollegen, zumeist lange bewahrte Jugendträume.

„Family affairs“ – Familienangelegenheiten – heißt sein aktuelles Tourprogramm, mit dem er sein Publikum auf angenehmste Weise unterhält und begeistert.

Unterstützt wird Wöhler von Bassist Olaf Casimir, ein seit Jahren etablierter Musiker in der deutschen Jazzszene. Gitarrist Mirko Michalzik ist als Musiker, Komponist und Produzent eng verbunden mit Künstlern wie Annett Louisan, Stefan Gwildis oder Klaus Lage, während Pianist Kai Fischer unter anderem mit Ina Müller zusammenarbeitet.

„Willkommen auf der Wahlparty für alternde Rockstars“, leider gibt es in der Pause kein Freibier, so wie bei der CDU“, begrüßt der gebürtige Bielefelder sein Publikum und beginnt mit Elton Johns „Take Me To The Pilot“, gefolgt von „Stuck In The Middle With You“ (Stealers Wheel) seine Show.

Wöhler ist gleich in seinem Element – im Streifenhemd, schwarzer Weste, schwarzer Hose und Turnschuhen spielt er Luftgitarre, tanzt den Moonwalk, benutzt seine Arme als Propeller und tänzelt wie ein kleiner Teddybär über die Bühne. Dass er manchmal nicht ganz den Ton trifft, nimmt ihm an diesem Abend keiner übel – letztendlich überzeugt das Gesamtkunstwerk Wöhler.

Hinter jedem Song steht eine Geschichte, stehen Erinnerungen und Gefühle, die das Multitalent teils selbst durchlebt hat. In bewährter Form haben Gustav Peter Wöhler und seine Musiker so seine persönlichen Lieblings-Songs ausgewählt und neu arrangiert.

Immer wieder greift sich Wöhler während des Songs „I’m On Fire“ an den Hals – „The Boss“ würde es sicher lächelnd zur Kenntnis nehmen. Das Begleit-Trio brilliert an den Instrumenten – so Bassist Olaf Casimir bei David Bowies „The Man Who Sold The World“ oder Pianist Kai Fischer bei „Fields Of Gold“ von Sting. Insbesondere bei balladigen Songs taut Wöhler auf, singt sie mit viel Gefühl und Leidenschaft, während er sich bei vielen Rockstücken manchmal gesanglich etwas überschätzt.

„Ich bin saumäßig glücklich über das, was ich hier tue“, erklärte der Sänger in einem Interview – und genau das ist es, was das Phänomen Wöhler ausmacht. An Selbstüberschätzung leidet Gustav Peter Wöhler nicht – er habe schon als Kind gelernt, dass er kein Schönling ist, trotzdem habe er eine Menge daraus gemacht. Seine Nicht-Schönheit hat er noch unterstrichen, so zu einer Besonderheit gemacht. Mittlerweile ist es eines seiner vielen Potenziale.

Film, Theater, Musik, Hörspiele – Gustav Peter Wöhler kann aus dem Vollen schöpfen. Wo er am liebsten zu Hause ist, beantwortet er mit dem Satz: „Immer da, wo ich gerade bin“.

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