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Tolles Engagement der Bürger beim Entsorgen des Wohlstandsmülls / Sogar ein Motorblock "verziert" die Landschaft

"Ich danke euch allen, gut haben wir's gepackt!"

Luhden (sig). Bürgermeister Peter Zabold (CDU) und sein Gemeinderat besitzen allen Grund, sich über das Echo zu freuen, das ihre Aktion "Sauberes Luhden" ausgelöst hat. Nicht weniger als 56 Erwachsene und 15 Kinder trafen sich auf dem Parkplatz vor der Sporthalle. Eine kleine Völkerwanderung war am Sonnabend morgens mit Rechen und anderen Gartengeräten sowie sogar mit Bollerwagen unterwegs, um im Dorf und in der Gemarkung für Sauberkeit zu sorgen.

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Wie lange es her ist, dass in Luhden eine solche Gemeinschaftsaktion ausgerufen wurde, weiß kaum noch jemand. Von 15 bis 20 Jahren war die Rede, aber ganz genau konnte es keiner aus der großen Runde sagen. In jedem Fall war es wieder an der Zeit, das Dorfbild auf diese Weise zu verschönern. Zu dem erfreulichen Echo trug diesmal natürlich auch das zwar kühle, aber dennoch sonnige Wetter bei. Vorweg müssen die Vereine gelobt werden, die sich der Bitte des Gemeinderates nicht verschlossen haben. Auf dem Parkplatz standen Mitglieder des Sportvereins, des Schützenvereins, des Fußballfreizeitclubs, des LSV-Lauftreffs, des HSV-Fanclubs, Männer der Feuerwehr und Ratsmitglieder. Außerdem kümmerte sich der Schermbecker Schützenverein um seinen Ortsteil - und das war flächenmäßig der größte Bereich. Zabold und sein Team hatten für alles gesorgt. Es gab Ausdrucke von Ortskarten und Straßenlisten, damit die in Gruppen aufgeteilte Helferschar wusste, wohin sie ihre Schritte lenken sollte. Außerdem wurden Säcke ausgeteilt, die anschließend mit einem Fahrzeug zum Kompostplatz nach Heeßen gebracht wurden. Dort stand ein Container zum Abladen bereit. Nach einer kurzen Ansprache, in der sich Zabold im Namen des Rates für die unerwartet gute Beteiligung bedankte, zerstreuten sich die Gruppen schnell in alle Winde. Einige Zeit später sah man überall an den Weg- und Straßenrändern sowie in den Gräben Männer, Kinder und Frauen mit blauen Säcken in der Hand. Keine Getränkedose, Flasche, Packung und auch keinPapier blieb unbeachtet liegen. Viele Augenpaare waren unablässig bemüht, jeglichen Unrat aufzuspüren. Zu Beginn der Aktion vertrat der Bürgermeister noch die Auffassung, dass zwar Handlungsbedarf bestehe, dass sich aber der Grad der "Vermüllung" in Luhden noch einigermaßen in Grenzen halte. Am Ende war er doch bass erstaunt, was sich da so alles in den vergangenen Jahren angesammelt hatte. An der Autobahn fanden die Schermbeckersogar einen Motorblock und eine Kurbelwelle. Da muss jemand einen Wagen ausgeschlachtet und die unbrauchbaren Teile weitläufig verstreut haben. Zur Mittagszeit waren alle Akteure, darunter auch der erst achtjährige Eric Struckmeier und die neunjährige Anja Schwarze mit ihren Geschwistern, wieder bei der Sporthalle eingetroffen. Dort warteten Erfrischungsgetränke und eine Grillparty auf sie. "Wir wollen gemeinsam den Wohlstandsmüll entsorgen, packen wir's an!" hatte Zabold zum Auftakt gesagt. Jetzt, wo das Werk vollendet war, konnte er stolz verkünden: "Ich danke euch allen, gut haben wir's gepackt!"

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