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Auch den letzten Strohhalm Patronatsbürgschaften kann die VTB nicht greifen / 15 000 Euro fehlen

Hohmanns Schlusswort: "Der Verein ist tot"

Bückeburg (rc). Ein allerletzter Rettungsversuch für die VT Bückeburg ist im Anschluss an die außerordentliche Mitgliederversammlung sowie im Verlauf des gestrigen Tages gescheitert. Die zur Rettung fehlenden 35 000 Euro solltenüber so genannte Patronatsbürgschaften zusammengekratzt werden. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken war es noch am Abend gelungen, die Zusage für 10 000 Euro zu erhalten. VTB-Mitglied Edeltraut Müller ließ am Morgen die Telefondrähte glühen und kratzte noch einmal Zusagen für die gleiche Summe zusammen. Am Mittag gab Höltershinken aber dann das Signal: "Es hat keinen Sinn mehr, der Verein ist nicht mehr zu retten, so hart das jetzt ist."

Es bleibt nur noch die Abwicklung der VTB: Bedrückte Gesichter b

Hintergrund der Eile war eine mit einer Krankenkasse vereinbarte Frist, die gestundete Sozialversicherungsbeiträge heute auf ihrem Konto erwartet hätte. Diese Vereinbarung war nicht mehr zu halten. Höltershinken: "Nach so einer Versammlung wie Dienstagabend ist es dann einfach vorbei." Er werde heute dem Insolvenzgericht sein Gutachten vorlegen. Da noch Masse in Höhe von zirka 12 000 Euro vorhanden sei, schlage er die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vor. Sein Resümee: Die Sanierung sei zu spät in Angriff genommen worden und hätte schon im Verlauf des ersten Insolvenzantrages im Winter 2003 in Angriff genommen werden müssen. In den vergangenen Jahren hätten sich die Probleme weiter angehäuft. "Irgendwann war die Schmerzgrenze erreicht, viele haben bereits Spenden oder Bürgschaften geleistet. Es war erschöpft und zu spät." Diese Einsicht hatte sich nach einer Schrecksekunde bereits am Dienstagabend beimüberwiegenden Teil der Mitglieder und des Vorstands breit gemacht. Dem Vorsitzenden Manfred Hohmann standen fast die Tränen im Gesicht, als er nach der Hiobsbotschaft von Höltershinken wieder an das Mikrophon trat und eine erste längere Versammlungspause anberaumte, in der diskutiert werden sollte. Danach kam die Idee mit den Patronatsbürgschaften auf den Tisch, weiteren Diskussionen folgte eine weitere Unterbrechung, ehe Hohmann nach Dank an Mitglieder und Insolvenzverwalter gegen 21 Uhr die Sitzung mit den Worten beendete: "Der Verein ist gestorben." Damit verliert Bückeburg einen 145 Jahre alten Sportverein, der in den vergangenen Jahrzehnten das sportliche, soziale und gesellschaftliche Leben der Stadt Bückeburg maßgeblich geprägt hat. Ob nun einzelne Sparten neue Vereine gründen oder aber geschlossen zu anderen Vereinen wechseln, ist derzeit noch nicht klar. Die VTB empfiehlt jedenfalls ihren Mitgliedern, umgehend aus dem Verein auszutreten. Weitere Details siehe im Bericht unten.

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