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Hochzeitshaus, was nun? Jetzt sind Sie gefragt!

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Hameln (bha). Montag könnte der Anfang vom Ende des Leerstands im Hochzeitshaus sein – so die Hoffnung. Mit der „Ideenbörse“, zu der alle Bürger, Vereine und Interessengruppen eingeladen sind, will die Stadtverwaltung zusammen mit der Dewezet neue Wege beschreiten. Ziel: Endlich wieder Leben in Hamelns bedeutendes Bauwerk zu bringen, temporär oder im Idealfall dauerhaft.


Ausstellungen zur Hamelner Stadtgeschichte, Themengastronomie, Kleinkunst und Konzerte – vermutlich kann jeder, der sich für das Leben und Geschehen in der Innenstadt interessiert, spontan mindestens eine gute Idee zur Nutzung des Hochzeitshauses nennen. Auch bislang hat es laut Wolfgang Kaiser vom Fachbereich Planen und Bauen daran nicht gemangelt. Doch die Vorschläge, mit denen sich alle an der Ideenbörse beteiligen können, müssen neben anderen auch das Kriterium „realistisch“ erfüllen. Geprüft wird das im Verlauf des Verfahrens von der Stadtverwaltung, doch zunächst können die Teilnehmer am Montagabend Fragen rund ums Hochzeitshaus stellen und sich in Gruppen durch die Stockwerke des Baudenkmals führen lassen.
Zum Ablauf des Abends: Beginn ist um 18.30 Uhr im Erdgeschoss des Hochzeitshauses. Dort werden Wolfgang Kaiser und die Dezernenten Eckhard Koss und Gaby Willamowius das Baudenkmal, das in den Jahren 1610 bis 1617 errichtet wurde, vorstellen und einen kleinen Ausflug in die Geschichte des Hauses unternehmen. Frank Werner, stellvertretender Chefredakteur der Dewezet, wird die Veranstaltung moderieren. Anschließend sehen sich die Teilnehmer in mehreren Gruppen die Verhältnisse der betreffenden Etagen, der Nebenräume und des Kellers an. Schon jetzt ist klar, dass sich während des Rundgangs und nach der Einführung zahlreiche Fragen ergeben werden. Sie werden von den anwesenden Beteiligten aufgegriffen und in großer Runde beantwortet.
Hinterher geht es für die Teilnehmer in die mehrwöchige Kreativphase. Gefragt sind Konzepte – sozial, kulturell, touristisch, kommerziell –, die Menschen in das Haus holen und zu Hameln passen. Jeder Teilnehmer erhält Unterlagen, in denen detailliert beschrieben ist, welche Angaben das Konzept enthalten soll. Bis zum 3. Mai müssen die schriftlichen Konzepte bei der Stadt eingereicht werden, um beim Auswahlverfahren berücksichtigt zu werden. Eine Jury wird die besten Ideen Mitte Mai auswählen, bevor die Ergebnisse bis zum 14. Juni im Hochzeitshaus ausgestellt werden. „Eine Verpflichtung zur Umsetzung besteht aber beiderseitig nicht. Die abschließende Entscheidung“, welche Idee umgesetzt wird, „obliegt dem Rat der Stadt Hameln“, erklärt Eckhard Koss vorab – darüber müssen sich die Teilnehmer im Klaren sein.
Alle, die an der Ideenbörse bislang mitwirken, sind sich einig: Das Hochzeitshaus mit seiner eindrucksvollen Geschichte ist ein Filetstück. Dafür zukunftsträchtige Konzepte zu entwickeln, eine reizvolle Herausforderung. Aus Sandstein wurde es errichtet und diente als Fest- und Feierhaus der Bürgerschaft. Der Name „Hochzeit“ (eigentlich „Hoch-Zeit“) leitet sich von der „hohen Zeit“ ab, der Zeit des Jahres, in der Feste aller Art gefeiert wurden. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts bis heute ist das Standesamt der Stadt dort untergebracht. Ursprünglich verfügte es sogar über einen Festsaal, eine Stadtwaage, einen Gerichtssaal, eine Ratsschenke, eine Rüstkammer und eine Apotheke.
Seit 2007 steht das historische Gebäude leer, eine öffentliche Ausschreibung seitens der Stadt für ein tragfähiges Nutzungskonzept hatte nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Montag geht es in eine neue Runde.
° Ideenbörse, Montag, 28. März, 18.30 Uhr, Hochzeitshaus.

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