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Frühlingsmarkt eher Wintermärchen / Schausteller schippen Schnee

Hochkonjunktur für Glühwein

Obernkirchen (sig). Frühlingsgefühle und einen damit verbundenen Hormonschub ließ der Obernkirchener Frühlingsmarkt nicht aufkommen. Winter- und Weihnachtslieder sowie Bratäpfel, Zimtsterne und Schokoladen-Nikoläuse hätten besser dazu gepasst. Das gesamte Geschehen mutete eher wie ein verspäteter Weihnachtsmarktan.

Dieser Tiger vor der Schießbude flößte Magdalena Schneider keine

Logische Konsequenz: Niemand stand der Sinn danach, ein Erdbeer- oder Vanilleeis zu schlecken. Frierende Hände und laufende Nasen machten den Besuchern klar: Hier helfen nur Heißgetränke, wie Glühwein, Kaffee oder Tee. Das galt zumindest für Sonnabend und Sonntag - auch wenn Petrus an diesen beiden Tagen die gesamte Skala seiner winterlichen Wetterkapriolen ausschöpfte. Erst ließ er Schneeflocken rieseln, schob milchig-graue Wolken hin und her und hüllte alles in ein trübes Licht, um dann am Sonntag einen strahlendblauen Wintertag hervorzuzaubern. Das war dann auch der Tag für den gezielten Familienausflug in dicker, wärmender Kleidung. Am Sonnabend wagte sich überwiegend nur die Jugend hinter dem wärmenden Ofen hervor. Von ihrer Wetterfestigkeit profitierte vor allem der Musik-Express auf dem Bornemannplatz. Und dort gab es Bilder, die in letzter Zeit zum Fernsehalltag gehörten: Mitarbeiter des Fahrgeschäftes mussten sich zum Dach hochhangeln und die Schneemassen beseitigen. Hustenstiller, Salmiak-Steine, Anis-Briketts und Cachou hatten mehr Konjunktur als Gemüserollen und Glasnudeln. Und für die leckeren Fischbrötchen musste gewisslich keine zusätzliche Kühlung angestellt werden. Die fehlenden Frühlingsgefühle zeigten sich auch daran, dass so herzerwärmende Lebkuchen-Aufschriften wie "Du bis mein Sonnenschein" oder "Für meinen coolen Knuddelbär" gar nicht das verdiente Echo fanden. Bedauert wurde von Besuchern am Nachmittag des Sonnabends, dass Schnee und Kälte offensichtlich das moderne Fahrgeschäft vor dem Rathaus lahmgelegt hatten. Zeitweilig bemühten sich drei Monteure, ihm wieder Leben einzuhauchen. Dass zeitgleich keine Chance für das Jumping auf den schneebedeckten Trampolins bestand, war ebenso bedauerlich, aber durchaus verständlich. Die Sicherheit der Besucher hat nun einmal Vorrang.

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