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"Leader+"-Projekt soll verborgene Schätze heben / Experten aus den Dörfern entwickeln zehn Flyer

Historische Spaziergänge durch Rintelns Ortsteile

Rinteln (crs). Ein Wegweiser zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes soll es werden und zugleich eine kleine, bunte, lebendige Dorfchronik: "Historische Spaziergänge" heißt das neueste Projekt des EU-Förderprogramms "Leader+" für die Stadt Rinteln. Bis zum nächsten Jahr sollen zehn Flyer entstehen, die Einheimische und Touristen gleichermaßen über die kulturhistorischen Besonderheiten der einzelnen Ortsteile informieren.

Hessisch Oldendorf hat es vorgemacht. Drei Faltblätter hat die Projektgruppe dort seit der Idee vor drei Jahren erarbeitet, touristisch orientierte Spaziergänge durch die Kernstadt, durch Großenwieden und Fischbeck. "Und als die Dinger auf dem Tisch lagen, da sahen die gar nicht so schlecht aus", schmunzelt Heiko Wiebusch, Regionalmanager fürdie annähernd 50 EU-Projekte in der Umgebung. Und jetzt ist also auch Rinteln mit im Boot. Auch wenn die EU aus weiter Ferne die Finanzierung sichert: Entwickelt werden die Spaziergänge von den Experten aus den Dörfern - Ortsbürgermeister, Heimatvereins-Mitglieder, ältere Zeitzeugen und alle interessierten Bewohner sind eingeladen, Informationen zusammenzutragen und Anregungen zur Route zu geben. "Wir suchen alte Fotos, Karten oder Briefwechsel, Geschichte und Geschichten", sagt Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Bei dieser Spurensuche geht es auch um ganz profane Kleinigkeiten wie den Schweinehaken am Dielentor, eine bemerkenswerte Hausinschrift oder noch sichtbare Kriegsschäden. "Wir wollen die Besonderheiten darstellen, zu denen sonst der Bezug fehlen würde", erläutert Meyer. Außerdem werden die Faltblätter auch ganz praktische Informationen zu Rastplätzen, Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten enthalten. Meyer ist von dem Projekt begeistert. "Es ist gut und richtig, das Eigenleben der Ortsteile stärker präsent werden zu lassen", das ist eine Erfahrung, die er vor allem aus der Goldbeck-Ausstellung in der Eulenburg mitgenommen hat. "In den Ortsteilen sind einige Schätze verborgen", weiß auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. "Und die wollen wir heben." Insgesamt zehn Flyer sollen für die 18 Ortsteile entstehen, "mehr sitzt finanziell nicht drin", bedauert Buchholz. Noch in diesem Jahr werden die Spaziergänge von Krankenhagen-Uchtdorf, Friedrichshöhe-Volksen-Wennenkamp, Exten, Friedrichswald-Goldbeck und Möllenbeck erscheinen, die übrigen Ortsteile sind im nächsten Jahrdran. Ehrgeizig ist der Zeitplan für die südlichen Ortsteile: Bis Ende August soll die Materialsammlung abgeschlossen sein, Anfang November gehen die Flyer in den Druck. Für Meyer sind diese Spaziergänge vor allem "Appetitanreger", gelungene Mittler zwischen dem oberflächlichen Interesse des einmaligen Besuchers und einem vertieften Einstieg in die Heimatgeschichte. Spannend findet Wiebusch die unterschiedliche Schwerpunktsetzung: Während Exten eine Menge denkmalgeschützter Bauten zu zeigen habe, sei das Bergdorf Goldbeck "ein klassischer Fall für die Landschaft". Über den Flyer hinaus soll die Materialsammlung einem übergeordneten Ziel dienen. Auch wenn nicht alle Informationen im Faltblatt Platz finden werden: "Alles wird dokumentiert", verspricht Meyer einen Fundus der Quellen, der auch zum Erhalt der landschaftstypischen Elemente beitragen soll. Kontakt: (05751) 41197.

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