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Kreisweit zum ersten Mal an der Unabhängigkeitsstraße eingesetzt / 2009 weitere Baumfällungen

Hightech: Ein Bagger, der Bäume fällen kann

Westendorf (who). Bei den Baumfällarbeiten entlang der Unabhängigkeitsstraße zwischen Westendorf und der Bernser Landwehr ist zum ersten Mal im Schaumburger Land eine Hightech-Maschine eingesetzt worden - ein Bagger, der auch Bäume fällen kann.

Gut sieben Meter hoch reicht der Baggerausleger des "PowerCut",

Für Forstoberrat Dr. Michael Behrndt, Leiter des Forstamtes Hessisch Oldendorf, bringt der Einsatz einer solchen Maschine nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch einen Gewinn an Sicherheit bei Fällarbeiten an der Straße. Denn der von der Firma Hüttmann aus Soltau entwickelte Spezialbagger mit Namen "PowerCut", ergreift die Baumstämme, sägt sie ab, hält sie fest und kann sie anschließend fachgerecht stapeln. Weder Baumkrone noch Stamm fallen dabei auf die Fahrbahn. Eine Durchfahrt für den Lastwagenverkehr zu den Steinbrüchen ist bei dieser Methode offen geblieben, ebenso eineGasse für Rettungsfahrzeuge. Eine Arbeit, zu der sonst mehrere Forstarbeiter gebraucht würden - und weitere Maschinen, sogenannte "Skidder", um die Bäume zu sichern. Die Arbeiten an der Westendorfer Landwehr sollen in den nächsten Tagen beendet sein. Weitere Baumfällarbeiten ab Anfang 2009 folgen. Und zwar entlang der Kreisstraße 72 aus Richtung Deckbergen bis zur Paschenburg; in Deckbergen Auf der Bulte, in Schaumburg entlang der Burgstraße von der Domäne Coverden bis zur Kreisstraße 72 sowie in Möllenbeck imDreieck von Bundesstraße 238 und Landesstraße 781. Der "PowerCut" kann mit seinem Aggregat Stämme bis zu 100 Zentimetern Durchmessern greifen und abtrennen. Das funktioniert im Prinzip so: Der Baggerarm mit dem Aggregat reicht etwa sieben Meter am Baum hoch und greift die Krone, die mit einem waagerechten Schnitt der Kettensäge mit ihrem 100 Zentimeter langen Schwert abgetrennt und aufrecht stehend wie ein Weihnachtsbaum am Stiel festgehalten wird. Anschließend legt der "PowerCut" den oberen Teil des Baumes entweder direkt in seiner Reichweite ab oder schichtet ihn als Hackholz in der Nähe auf für den Abtransport. Mit einem zweiten tief angesetzten Schnitt sägt der Bagger den Reststamm ab und transportiert ihn ebenfalls aus dem direkten Arbeitsbereich heraus. Der Fahrer des "PowerCut" bei den Arbeiten in Westendorf, Alexander Pfeifer, betonte: "Selbstverständlich muss man vorsichtig hantieren, um den Bagger bei bis zu sechs Tonnen schweren Kronen nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen." Wobei der Spezial-Holzernter mit seinen 37 Tonnen Eigengewicht schon einiges an Standfestigkeit zu bieten hat.

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