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Hier kochen sie ihr gemeinsames Süppchen

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Von Christiane Stolte

Hameln. Hände waschen, Schürze umbinden und ran an die Töpfe. „Das Rezept liegt auf der Arbeitsplatte“, sagt Renate Eiffert. Es soll Kartoffelsuppe geben, die von jeder Teilnehmerin mit nach Hause genommen werden kann, damit die ganze Familie etwas davon hat. Die Zutaten sind für jeweils für vier Personen berechnet. Sabine und ihre Mitstreiterinnen haben aber keine Lust, ihr eigenes Süppchen zu kochen. „Alleine kochen ist langweilig. Wir machen das zu zweit und teilen uns dann die Menge“, sagt die 47-Jährige. Küchenchefin Renate Eiffert hat nichts dage-gen. Die Kommunikation unter den Frauen und das Miteinander sind schließlich ein wichtiger Aspekt bei diesem besonderen Kochkurs, der jetzt in der Küche der Jugendwerkstatt gestartet wurde. Initiator ist die „Hamelner Tafel“. Die Teilnehmer des Kurses sind Kunden der Tafel, die sich in der Ruthenstraße regelmäßig mit kostenfreien Lebensmitteln versorgen.
 „Im Laufe unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass manche unserer Kunden nicht so recht wissen, wie sie zu Hause die rohen Lebensmittel verarbeiten sollen“, sagt Ursula Waltemathe, Vorstandsmitglied des Vereins. „Auch fehlt häufig das Wissen über gesunde Ernährung.“ So sei die Idee zu dem Kochprojekt entstanden, für das die Jugendwerkstatt ihre Küche und die Ausbildungsleiterin Renate Eiffert zu Verfügung stellt. Die Zutaten für die Gerichte stammen aus den Vorräten der Tafel. Zudem wurden Lebensmittel von der Hamelner Gruppe der Weight Watchers gespendet.
 Die Resonanz der Kunden auf den Kochkurs ist groß. Im Nu sei der erste Kurs ausgebucht gewesen, heißt es. Gekocht wird an fünf Freitagen. Im Januar startet ein neuer Kurs. Die Teilnahme ist kostenlos. „Ich mache mit, weil man beim Kochen immer etwas dazulernen kann. Hauptsächlich aber, um mal rauszukommen aus den eigenen vier Wänden, etwas anderes zu sehen und mit anderen sprechen zu können“, erzählt Gudrun. Seit drei Jahren ist sie Kundin der Tafel. Ihr Mann und sie seien arbeitslos. Jeder Cent müsse deshalb zweimal umgedreht werden. „Ohne die Zuteilungen der Tafel würden wir ganz schön alt aussehen“, betont die 54-Jährige. Sie koche gern. Am liebsten Eintöpfe wie Graupensuppe oder „Buntes Huhn“. Da sie größere Portionen koche, friere sie das von der Tafel mitgebrachte Gemüse so lange ein, bis sie eine ausreichende Menge zusammen habe. Der Spaß am Kochen und am Ausprobieren neuer Rezepte hat auch die anderen Frauen zum Mitmachen motiviert. Sich mit anderen unterhalten zu können, ist auch für Anja (43) ein wichtiger Aspekt.
 Am Ende des fünftägigen Kurses werden die Teilneh-merinnen für ihr Durchhal-ten mit einem Kochbuch be-lohnt. Ursula Waltemathe ist gerade dabei, es zusammenzustellen. „Es wird Rezepte enthalten, die hier gekocht werden, und auch solche, die preisgünstig nachzukochen sind“, erläutert die Schatzmeisterin der Tafel. Vielleicht werde dieses Kochbuch ir-gendwann einmal zum allgemeinen Verkauf angeboten. „Aber das ist derzeit noch eine Vision“, betont Ursula Waltemathe.

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