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HF Springe bewahren Ruhe und gewinnen das Derby

SPRINGE. Überschwänglich fiel der Jubel nicht aus bei den Handballfreunden Springe. Nach dem 30:27 (13:12)-Derbyerfolg gegen das neue Drittliga-Schlusslicht Handball Hannover-Burgwedel war eher Erleichterung bei den Spielern zu spüren.

Sebastian Preiß war der ruhende Pol im Springer Spiel – hier erzielt er einen seiner sieben Treffer. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Erleichterung darüber, dass sie nach dem Debakel in Potsdam am Wochenende zuvor in die Spur zurückgefunden haben. Und darüber, dass sie trotz einer mäßigen Leistung vor knapp 450 Zuschauern im Schulzentrum Süd die Punkte behielten.

„Es tut gut, wieder zwei Punkte geholt zu haben, vor allem gegen ein Team von unten. Letzte Woche war es richtig schlecht“, brachte es Kreisläufer Jonas Borgmann auf den Punkt, „jetzt geht es hoffentlich wieder bergauf.“ Punktemäßig ist freilich alles im Rahmen bei den HF, die Vierter sind in der noch schiefen Tabelle – nur der HSV Hamburg hat weniger Minuspunkte.

Die Gastgeber standen nach der Niederlage in Potsdam unter dem Druck, es in eigener Halle besser zu machen. Das war ihnen lange anzumerken. Viele kleine Fehler im Angriff schlichen sich ein – was auch daran liegen mag, dass sie mit ihrem neuen Spielmacher Pawel Niewrzawa noch nicht eingespielt sind. Die Abwehr stand allerdings gut. Und Daniel Hoffmann, der schon in der achten Minute für den glücklosen Mustafa Wendland ins Tor ging, machte eine starke Partie. Der Nachwuchs-Keeper gab sich allerdings bescheiden: „Wir haben als Mannschaft gewonnen. Da ist es egal, ob ich gut halte, oder Mustafa.“

Keeper Daniel Hoffmann hat das Vertrauen der Trainer mit einer starken Leistung zurückgezahlt. Foto: Bertram
  • Keeper Daniel Hoffmann hat das Vertrauen der Trainer mit einer starken Leistung zurückgezahlt. Foto: Bertram

Derby-Atmosphäre kam spätestens in der 20. Minute auf. Burgwedels Justin Behr zog Nils Eichenberger beim Einspringen in den Kreis das Bein weg und sah dafür Rot. Gästetrainer Jürgen Bätjer beschwerte sich bei Eichenberger über dessen vermeintlich theatralische Einlage und heizte so die Stimmung auf. „Es war vielleicht kein so böses Foul“, sagte Eichenberger, „aber ich lande mit den Rippen auf meinem Ellenbogen. Unser Physio Martin Gröppert hat mit nach dem Spiel gefühlt acht Wirbel eingerenkt.“

Burgwedel ging auch ohne Behr mit zwei Toren in Führung, Springe drehte aber noch vor der Pause das Ergebnis. Sicherheit brachten sie auch danach zunächst nicht ins Spiel. Aber die Gastgeber fanden rechtzeitig zurück zu ihrer Linie, spielten ab Mitte der zweiten Hälfte ihre Angriffe wieder geduldig aus und machten aus einem 19:21-Rückstand (45.) eine 23:21-Führung (48.). Jetzt wurden die Gäste, die nur einen Punkt aus den letzten fünf Spielen holten und vier Mal mit nur einem Tor Unterschied verloren, nervös, während die Springer immer mehr Sicherheit zurückgewannen.

Dass Burgwedels bester Werfer Steffen Dunekacke nach seiner dritten Zeitstrafe kurz vor Schluss ebenfalls Rot sah, bleibt allenfalls eine Randnotiz. Wie das letzte Tor des Spiels durch HF-Youngster Jakob Bormann. Es war der 30. Treffer des Spiels und der kostet den Torschützen traditionsgemäß eine Kiste Bier für die Mannschaft – da kam dann doch noch ein bisschen Euphorie auf.

Statistik:

HF Springe: Hoffmann, Wendland – Schüttemeyer (8/3), Preiß (7), Pollex (5), Otto (5), Bormann (2), Niewrzawa (2), Pietak (1), Borgmann (1), Eichenberger, Krok, Willmer (n. e.). Zeitstrafen: 2

HH Burgwedel: Räbiger, Kinzel – Dunekacke (5), Freitag (5), Michailidis (4), Behnke (4), Antonevitch (4/1), Hoff (3), Fischer (2), Paternoga, Bergmann, Otto, Behr. Zeitstrafen: 6. Rote Karten: Behr (20.), Dunekacke (59.)

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