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„Ungeschützter Publikumsverkehr“

Hey Kay Ray – für dich blüht die Sumpfblume auf

Hameln (jlg). Dieser Typ ist schriller als ’ne Trillerpfeife: Kay Ray, seines Zeichens nicht bloß Comedian, sondern auch schräger Paradiesvogel (weshalb ihm wohl auch der Kleinkunstpreis „Tuttlinger Krähe“ völlig zu Recht zuteil wurde). Jetzt kommt Kay Ray, der von Gürtellinien und deren Nichtübertretung Richtung Boden wenig hält, in das Kulturzentrum Sumpfblume (Am Stockhof 2a) nach Hameln. Am Donnerstag, 16. Dezember, 20 Uhr, wird er dort unter anderem feststellen, „dass nicht jeder, der einen Bombensack hat, auch gleichzeitig ein Terrorist ist“. Da ist sie wieder, die Gürtellinie.

Kay Ray trifft mit seinen Pointen geradezu maßlos unter die Gürtellinie – und die Leute lieben das.

Kay Ray ist das frechste Aphrodisiakum des Erdballs. Sagt er nicht selber, sagen vielmehr solche, die von ihm sprechen oder über ihn reden. In seinem neuen Programm macht er da wieder keine Ausnahme. Der bereits erwähnte Bombensack ist nur die Spitze (o, darf man „Spitze“ im Kontext mit Kay Ray jetzt eigentlich schreiben?) des Eisbergs. Kay Ray macht Spaß – mit allen Schikanen! Rote Rasta-Locken, gelbe Schuhe mit grünen Sohlen, weizenblonde Strubbelmähne, rote Stiefel mit blauem Absatz? Nur kein Konformismus. Auf jeden Fall hauteng, quietschbunt und zu 100 Prozent Polyester.

Blitzschnell und intuitiv schnappt das Improvisationswunder nach Fäden, die sein Publikum arglos auslegt, strickt daraus in der nächsten Sekunde sein hemmungslos prickelndes Programm, hüpft als freies Radikal über die Bühne und stellt springteufelgleich jeden Rauschgoldengel in den Schatten. Mit expressiver Stimme singt der androgyne Edel-Punk große Pop-Perlen, interpretiert eigenwillig große Diven wie Marlene, Zarah, Milva und erzählt charmant, nonchalant, kess, selbstironisch Storys über große Politik und kleine Nickeligkeiten, spießige Provinzler, exzentrische Friseure (er war mal einer), hysterische Tunten oder kauzige Tanten. Alles in allem: Ein schillernder, wandlungsfähiger Froschkönig zum Knutschen, hinter dem ein empfindsamer, hellwacher Prinz steckt. Na ja, wer’s glaubt…

Kay Ray polarisiert und provoziert, hat „ungeschützten Publikumsverkehr“, ist über- und ergreifend, und wie kein anderer versteht er es, traumwandlerisch zwischen Sauerei und Sensibilität zu lavieren. Eintrittskarten für seinen Auftritt in der Hamelner Sumpfblume gibt es jetzt im Vorverkauf (siehe Hinweis „Ticket-Service“ im Veranstaltungskalender).

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