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Wirt Uwe Steinrück sagt: „In Bad Münder ist nix los“

Heute gibt‘s das letzte Pils: „Echtern 18“ macht dicht

Bad Münder (st). Es ist aus: Der Wirt der münderschen Kult-Kneipe „Echtern 18“, Uwe Steinrück, wird heute Abend sein letztes Pils ausschenken – nach über 16 Jahren hinter der Theke. Zu schlecht sei in den vergangenen Jahren das Geschäft gewesen, immer weniger Gäste würden den Weg in die urige Bierstube finden, sagt Steinrück. „Die geschäftliche Situation lässt es einfach nicht zu, dass ich den Laden noch weiterführe.“

Das „Echtern 18“ öffnet heute Abend zunächst das let

Bis zum 31. Oktober läuft der Pachtvertrag des 47-jährigen Münderaners, danach fängt Steinrück zum 1. November eine Beschäftigung als Koch in einem münderschen Seniorenpflegeheim an. Wie es mit dem „Echtern 18“ weitergeht, steht noch nicht fest.

Hausbesitzer Hermann Alves, Pfarrer aus Bad Ems, steht nach eigenen Angaben zurzeit in Verhandlung mit einem Interessenten, der die Räumlichkeiten als Gaststätte weiterführen will. „Der will allerdings für zigtausend Euro alles neu gestalten“, sagt Alves, der das Objekt am liebsten samt Inneneinrichtung neu verpachten würde. Diese nämlich übernimmt Alves Ende des Monats von Steinrück. „Wenn der Nachfolger alles neu macht, dann steh ich als Pastor mit ‘ner Kneipeninneneinrichtung da.“

Über die Gestaltung des 121 Quadratmeter großen Innenraumes werde zurzeit verhandelt, zumal der potenzielle Nachfolger Steinrücks nicht das Geld habe, die Umbaumaßnahmen aus eigenen Mitteln zu finanzieren, sagt Alves. „Ich soll Geld dazugeben.“ Und dabei ist der Pastor nicht einmal überzeugt von den Vorstellungen des Interessenten. „Der will das alles ganz modern machen, ziemlich kühl“, sagt Alves und fügt hinzu: „Das Urige, das jetzt den Charme des ,Echtern 18‘ ausmacht, wäre dann weg.“

Doch auch dieser urige Charme hat laut Steinrück in letzter Zeit kaum Kunden angelockt. „In Bad Münder fehlen die jungen Leute zwischen 18 und 25“, so der Noch-Wirt. Ihren Teil zur schlechten Entwicklung der Kneipe beigetragen hätten auch die Finanzkrise und das Nichtraucherschutzgesetz. Doch darüber will sich Steinrück jetzt nicht mehr den Kopf zerbrechen. Er will erst einmal in den Urlaub fahren.

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