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Hetzparolen in Chats belasten die Weserbergland-AfD

WESERBERGLAND. Mit rassistischer und antisemitischer Hetze wird die Alternative für Deutschland (AfD) in Verbindung gebracht: Offenbar in einer Chat-Gruppe der AfD Weserbergland finden sich entsprechende Hetzbotschaften. Darin herabgewürdigt werden Juden, Dunkelhäutige und Politiker anderer Parteien.

Die Welt berichtete am Wochenende zuerst über die umstrittenen Chats.

Autor:

Karl Doelecke, Christian Branahl und Thomas Thimm

Bundestagskandidat der AfD im Weserbergland ist der Landeschef der Partei. Wie durch Berichte der Zeitung „Die Welt“ am Wochenende bekannt wurde, sollen Mitglieder des AfD-Kreisverbandes Weserbergland die verunglimpfenden Botschaften in einer geschlossenen Messanger-Gruppe ausgetauscht haben. Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ sollen die etwa 25 Mitglieder der Gruppe unter anderem rassistische, antisemitische und pornografische Bilder verbreitet haben.

Im Weserbergland tritt der Landesvorsitzende der AfD, Armin Paul Hampel, als Direktkandidat für den Bundestag an. Er soll nicht Mitglied der Chat-Gruppe gewesen sein. „Ich kenne nichts davon“, sagte Hampel der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Wenn es so etwas geben sollte, dann gehört das abgestellt. Das ist doch klar.“

Der Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Weserbergland, Manfred Otto, hat den Chat beim Messenger-Dienst Threema offenbar im Jahr 2014 eröffnet. Laut „Welt“ soll der frühere Ministerialrat im Justizministerium in Hannover und frühere Leiter der Justizvollzugsanstalt Bremen die Botschaften toleriert haben. Otto reagierte gestern nicht auf eine Anfrage unserer Zeitung. Als „absolut unappetitlich“ bezeichnet Delia Klages, stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Emmerthaler Ratsfrau, die Beiträge. „Die haben dort nichts zu suchen.“ Sie selbst sei nicht auf die kritisierten Beiträge gestoßen, da es viele unterschiedliche Foren gebe. Klages bestätigte, dass die Beiträge beim AfD-Kreisparteitag im Januar von Parteimitgliedern kritisiert worden seien. Zu dem Zeitpunkt sei das Forum aber bereits abschaltet gewesen.

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Seit Monaten begleiten die Partei öffentliche Auseinandersetzungen um den Landesvorsitzenden Hampel. Mehrere führende Parteimitglieder um die Vize-Landesvorsitzende Astrid zum Felde haben die Wahl der Kandidaten für die Bundestagswahl beim Landesschiedsgericht angefochten.

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