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Hermann Schmidtchen wirbt dezent

Während sich an den Wahlkampfständen der großen Parteien die Kartons mit den üblichen kleinen Aufmerksamkeiten, neudeutsch „Giveaways“ genannt, nur so stapeln, sucht man derlei am schlichten Stand von Hermann Schmidtchen vergebens. Der 1949 in Rinteln geborene Diplomingenieur und Oberst a. D. bewirbt sich als Vorsitzender der „Unabhängigen“ für das Amt des Landrats im Landkreis Hameln-Pyrmont.

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Autor:

Ernst August Wolf

„Was uns von den anderen unterscheidet, ist, dass wir ein eingetragener Verein und keine Partei sind“, erklärt Schmidtchen. Das habe dann natürlich Auswirkungen auf die Ausstattung mit Wahlkampfmitteln. „Wir können und wollen keine große PR machen, sondern setzen stattdessen ganz auf das persönliche Gespräch. Die Ansprache der Bürger und das Wort stehen bei uns im Vordergrund.“

Zum dritten Mal steht Schmidtchen an diesem Vormittag mit seinem kleinen Zelt und einigen Tischen mit Informationsmaterial am Seiteneingang des Hochzeitshauses. Zum zweiten Mal tritt er als Landratskandidat für die Unabhängigen an. Knapp acht Prozent der Stimmen holte Schmidtchen im Jahr 2011. Rund 150 Mitglieder habe die Gruppierung derzeit, erfahren einige interessierte Passanten, die Schmidtchen direkt angesprochen haben.

„Sicherlich hätte ich gerne etwas mehr Werbematerial, aber wir müssen eben mit dem auskommen, was da ist.“ Und dem „Nichtgehabten nachtrauern“, dass sei nicht seine Art, so der Vater zweier Enkelkinder.

Insgesamt vier Auftritte an gleicher Stelle absolviert Schmidtchen im Wahlkampf, dazu kommen etliche Podiumsdiskussionen und lokale Auftritte. „Den Straßenwahlkampf haben wir allerdings auf diesen Ort beschränkt“, so der Kandidat, „da wir in der Fläche doch dünner als die anderen aufgestellt sind.“

Die Schülerinnen Olga Benz und Anna Lemme sind durch die eher leisen Töne aufmerksam geworden. Während an anderen Ständen mitunter alle Register der Wahlkampfkunst gezogen werden, geht Schmidtchen einen anderen Weg. „Wir handhaben das alles ganz dezent“, schmunzelt er, und wendet sich wieder den Fragen der beiden Damen zu. Und die zeigen sich vom etwas anderen Wahlkampfstil des Hermann Schmidtchen durchaus beeindruckt.

Gespräche statt Geschenke: Hermann Schmidtchen im Einsatz am Hochzeitshaus. Olga Benz (Mi.) und Anna Lemme fragen nach. eaw

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