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Forstamt Hessisch Oldendorf profitiert von heimischen Sägewerken / Ziel für 2009 wurde erreicht

Her mit dem Holz – die Nachfrage steigt wieder

Hessisch Oldendorf (doro). Vor immer mehr Häusern stapelt sich das Brennholz. Männer greifen in der Freizeit wieder zur Axt, das schlägt nicht nur bei der Figur positiv zu Buche, sondern auch im Haushaltsetat. Heizen mit Holz ist inzwischen für viele Menschen eine Rohstoffalternative – und sei es nur für den Übergang. Trotzdem ist der Umsatz bei den Niedersächsischen Landesforsten im letzten Jahr massiv eingebrochen.

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Hessisch Oldendorf (doro). Vor immer mehr Häusern stapelt sich das Brennholz. Männer greifen in der Freizeit wieder zur Axt, das schlägt nicht nur bei der Figur positiv zu Buche, sondern auch im Haushaltsetat. Heizen mit Holz ist inzwischen für viele Menschen eine Rohstoffalternative – und sei es nur für den Übergang. Trotzdem ist der Umsatz bei den Niedersächsischen Landesforsten im letzten Jahr massiv eingebrochen. Das Jahr 2009 sei das schwierigste in den fünf Jahren seit Gründung der Niedersächsischen Landesforsten gewesen, bestätigte ihr Präsident Klaus Merker gegenüber der Presse. Nach 14,7 Millionen Euro im Vorjahr lag der Gewinn der Niedersächsischen Landesforsten im letzten Jahr nur bei 2,53 Millionen Euro.

Besonders schlimm war die Situation im letzten Frühjahr, als das Geschäft mit dem Schneideholz, das unter anderem zu Möbeln oder Dachstühlen verarbeitet wird, komplett zum Erliegen kam. Motorsägen und Sägewerke standen still, die Lager der Kunden blieben leer. Auch das gewinnbringende Geschäft mit dem Energie- und Industrieholz habe diese Entwicklung nicht auffangen können, sagt Stefan Fenner, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. „Holz ist ein Koppelprodukt“, erklärt er die für Außenstehende oft paradox wirkende Situation, denn der Markt mit dem Holz für den Ofen boomt bekanntermaßen. „Während die Krone eines Baumes für Industrieholz und Energieholz verwendet wird, dient der werthaltige Stamm der Möbelherstellung“, erklärt er die Verknüpfung von lokalem Aufschwung bei gleichzeitigem globalem Markt-Stillstand für ein und dasselbe Produkt. Ergo: Wenn der Stamm nicht zu verkaufen ist, wird bei den Laubgehölzen auch nicht eingeschlagen.

Eine weniger dramatische Bilanz zieht das Niedersächsische Forstamt Oldendorf, dessen Verwaltungsbereich von Rinteln bis Polle reicht. Das Forstamt erzielte einen guten Preis für das geschlagene Holz. Dass man weniger Schwierigkeiten hatte, sei neben dem Preis und einem konsequenten Sparkurs vor allem lokalen Effekten zu verdanken, erklärt Forstamtsdezernent Dr. Michael Behrndt: „Um Transportkosten zu sparen, haben viele heimische Sägewerke werksnah eingekauft, vor allem für das Massensortiment Buche.“ Darüber hinaus stabilisiere der hohe Preis für das immer stärker nachgefragte Brennholz die Situation in der Region in besonderem Maße, in Teilen liege dieser sogar über denen für Sägesortimente (wie zum Beispiel Parkettholz und Paletten). Positiv schlug außerdem der Verkauf eines Holz-Nasslagers in Tündern mit 7000 Festmetern Holz in 2009 (und weiteren 7000 Festmetern in diesem Jahr) zu Buche. „Obwohl wir weniger eingeschlagen haben (rund acht Prozent), haben wir unser Ziel 2009 finanziell erreicht“, sagt Dr. Michael Behrndt, Dezernent im Forstamt Oldendorf. „Darüber sind wir sehr froh. Insgesamt haben wir weniger eingenommen als erwartet, aber mehr gespart.“

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Im Ergebnis lag der Preis vor Ort im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 58 Euro pro Festmeter und damit deutlich über dem Durchschnitt: Im Rest des Landes purzelte der Preis zum Teil von 52 auf 44,50 Euro pro Festmeter.

Inzwischen zieht das Geschäft mit dem Sägeholz überall wieder an, allerdings in neuer Konstellation: Während der amerikanische Markt immer noch am Boden liegt, finden sich auf dem asiatischen Sektor immer mehr finanzkräftige Kunden. Die Nachfrage sei lebhaft, erklärt Stefan Fenner. Darüber hinaus zeige auch das Konjunkturprogramm erste Auswirkungen auf dem heimischen Baumarkt.

Im Bereich des Forstamtes Hessisch Oldendorf ist man in diesem Jahr weit fortgeschritten: Durch die sehr gute Nachfrage hat man zur Jahreshälfte fast drei Viertel des Jahresziels erreicht. Dr. Michael Behrndt: „Wir blicken sehr entspannt in die 2. Jahreshälfte.“

„In diesem Jahr ist die Holz-Nachfrage sehr gut“, erklärt Forstamtsdezernent Dr. Michael Behrndt. Die Bäume stammen aus dem Fichtenbestand Rohdental und wurden auf Bestellung für das Sägewerk Goldbeck geschlagen.

Fotos: doro

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