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Spenden im "Brot für die Welt"-Jubiläumsjahr

"Helfen ist keine Glaubenssache"

Rodenberg (bab). Der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg hat anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Aktion "Brot für die Welt" lokale Initiativen gestartet. Auf Plakaten werben Menschen der Kirchengemeinden für die Projektunterstützung.

Susanne Wolf und Wolfgang Warnecke machen auf die Plakate aufmer

"Ich habe auch mal gehungert", steht unter dem Foto von Inge Matthias aus Algesdorf. Das Foto klebt auf einem Plakat, das am Eingang einesüppig ausgestatteten Fleischerladens hängt. In den Geschäften der Stadt hat die St.-Jacobi-Gemeinde diese Plakate verteilt. "Es ist genug für alle da", steht auch noch auf dem Poster. Doch dazu müssen die Menschen teilen und abgeben. Das ist auch das Ziel der Aktion Brot für die Welt. In jedem Jahr zu Weihnachten sammeln die evangelischen Kirchen für die Aktion des Diakonischen Werks der EKD. Und das seit 50 Jahren. In diesem Jahr gehen die Spenden an Papua Neuguinea. Im Jubiläumsjahr hat sich der Kirchenkreis überlegt, das Projekt ganz konkret zu machen und aufdie lokale Ebene herunterzuholen. "So verbinden die Leute mehr damit", sagt der Theologe Wolfgang Warnecke, Brot-für-die-Welt-Beauftragter des Kirchenkreises, der die lokale Werbung koordiniert. Zwölf Monate lang soll in jedem Monat des laufenden Kirchenjahres ein Bürger für die Initiative einstehen. Susanne Wolf vom Kirchenvorstand von St. Jacobi hat sich vorgenommen, dafür Menschen aus allen Generationen zu gewinnen. Junge und Alte, Männer und Frauen sollen mitmachen, so wie Inge Matthias. Die Algesdorferin gehört zu einer Generation, die selbst den Mangel noch kennengelernt hat, deshalb sei ihr ganz spontan der Spruch für diesen Monat in den Sinn gekommen, sagt Wolf. Andere Sprüche sind Schülern des zwölften Jahrgangs vom Gymnasium Bad Nenndorf eingefallen. Religionslehrerin Susanne Warnecke hat die Brot-für-die-Welt-Aktion zum Thema der Schulstunden gemacht. Die Schüler haben viele Appelle gefunden, die die Menschen, die künftig auf den Plakaten stehen, benutzen können. "Helft mit, verhindert den Tod", "Helfen ist keine Glaubenssache", "In dieser Sekunde stirbt ein hungernder Mensch", "Wir wollen unser Glück teilen" und andere Sprüche haben die Schüler entwickelt. Auch in Rinteln laufe diese lokale Ansprache an die Menschen, so Warnecke. Dort haben sich Personen desöffentlichen Lebens bereit erklärt, in jedem Monat für die Spenden zu werben. Auch Heiligabend wird in den Kirchen wieder für die Hungernden gesammelt.

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