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"Lamento" in Bückeburg und Steinbergen zu sehen / Als Examensarbeit für Medienakademie in Porta Westfalica gedreht

Held im Krimi des Nachwuchsfilmers ist ein Dorfpolizist

Hausberge/Rinteln (who). Es war der Steinberger Kino-Unternehmer Fritz Rubba, der Nachwuchsfilmer Ruben Silberling aus Hausberge den entscheidenden Tipp gegeben hatte. Der suchte nämlich für seinen Erstling "Lamento", einen Verleiher. Tipp von Rubba: Schick den Film doch einfach zu Eduard Barnsteiner mit besten Grüßen. "Den nehme ich", lautete die Antwort von Barnsteiner, der einen leitenden Posten bei der Filmvertriebsfirma Buena Vista International gehabt hat, bis er seinen eigenen Vertrieb gründete.

Ruben Silberling möchte sein Erstlingswerk "Lamento" als Trittbr

"Lamento" heißt die 93 Minuten lange Geschichte und Ruben Silberling hat für sein Erstlingswerk die Examensbestnote 1,0 an der Medienakademie bekommen. Der Inhalt in Kürze: Ein Pfarrer wird durch einen Unfall schuldig am Tod eines junges Mädchens. Sein Bruder will ihm helfen, das Unglück zu vertuschen, aber der Dorfpolizist und Vater des Mädchens nimmt auf eigene Faust die Fahndung auf und bringt die Handlung ins Rollen. Mehr Details will Silberling bis zur offiziellen Premiere am 3. Oktober in Bückeburg im Residenz-Kino noch nicht verraten. Eduard Barnsteiner, so Silberling, "hat sich Lamento gemeinsam mit Reno Koppe angeschaut, einem namhaften Filmverleiher aus Berlin". Die Vorverträge für den Verleih und den Kinostart sind gemacht. "Jetzt warten wir nur noch auf die Lizenzvereinbarung", freut sich Silberling. Am 4. Oktober soll der Bundesstart sein, zunächst für Norddeutschland, unter anderen in Rubbas Kino in Steinbergen, danach soll's nach Süden gehen. "Wir erhoffen uns davon eine Lokomotivwirkung auch für den Zug ins kommerzielle Kino, Lamento ist aber auf jeden Fall erst mal Programmkino-Stoff", ist sich Silberling sicher. Zunächst braucht es aber noch Einiges an Arbeit, um aus der digitalen Schulfassung von "Lamento" eine Kino taugliche Version auf 35-Millimeter-Film zu machen. Die jungen Filmemacher arbeiten deshalb unter anderem an einer professionellen Tonmischung und am Austausch der Gema-freien Musik aus der Konserve gegen einen eigens komponierten Soundtrack. Mit der Verfeinerung des Films werden die Kosten von bislang 30 000 Euro noch um weitere 20 000 Euro steigen,überschlägt Silberling. "Beim nächsten Film wird von Anfang an alles anders gemacht", weiß er jetzt schon. "Wir sind heiß und wollen jetzt nichts mehr anbrennen lassen." Wir, das sind neben Ruben Silberling sein Studienkollege Carsten Vauth aus Eisbergen sowie die Jungregisseure Daniel Hedfeld und René Sydow aus Dortmund. Alle wollen sie dran bleiben und den Schwung für weitere Produktionen nutzen. Das Potenzial für die Selbstständigkeit in der Branche haben alle vier bewiesen. Hedfeld und Sydow hatten ebenfalls mit ihrer Examensproduktion "Unter Wölfen" im Jahr 2004, und Carsten Vauth mit "Null-Zwo-Drei-Eins" auch in 2006 die Traumnote 1,0 erreicht. Dass er künftig weitere Filme an der Weser machen wird, ist für Ruben Silberling wahrscheinlich. Denn: "Seit Lamento habe ich realisiert, wie gut man in dieser Gegend drehen kann. Hilfsbereite Mitbürger, interessante Landschaften und Bauten gibt es hier genug und die leer stehenden Fabrikhallen, die man brauchen kann, sind nicht nur in Dortmund zu finden..."

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