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Sommer werden immer heißer und trockener

Heiß, heiß, heiß zum Sommerferienbeginn

Landkreis. Fast 200 Sonnenstunden in der ersten Julihälfte, 3,5 Grad zu warm und bis auf wenige Gewitterschauer kaum Regen: Der Sommer 2006 hat es nach zwei Jahren mal wieder in sich. Und das wird zunächst auch noch so bleiben.

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Im Klartext heißt das: Nach bis zu 33 Grad und aufkommender Schwüle mit ersten Gewittern am Donnerstagabend, wird es ab Freitag mit Durchzug schwacher Störungen von Westen her kühler. Dabei wechseln bis zum Sonntag Sonne und Wolken einander ab, wobei die Temperaturen immer noch sommerliche 25 bis 27 Grad erreichen. Eventuelle Schauer bleiben örtlich begrenzt. Ob in der kommenden Woche ein Hoch über den britischen Inseln den Weg nach Mitteleuropa findet und eine neue Hitzewelle einleitet, ist noch offen. In jedem Fall bleiben uns sommerliche Wärme und Trockenheit erhalten. Bleibt die Frage nach dem August: Kann sich der Supersommer nochüber die anstehenden Hundstage (23. Juli bis 23. August), die durchschnittlich heißesten des Jahres, halten? Zweifel sind angebracht, obwohl der hohe Luftdruck um den Siebenschläfertermin (27. Juni) gemäß der Regel auf eine Fortsetzung der Schönwetterperiode bis weit in den August hinein hindeutet. Dagegen spricht der zunehmende Drang der Atmosphäre, nach sieben Wochen Wärme und Sonne mal wieder auf kühl umzuschalten. Das muss aber nicht so sein: Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. So hielt der Sommer 1994 volle drei Monate durch und im Supersommer 2003 konnten sich Hitze und Dürre im August sogar noch steigern. Auch wenn die Freudeüber den geradezu mediterranen Sommer bei vielen groß ist, muss der Trend zu immer wärmeren und trockeneren Sommern doch Sorge machen. So gab es seit 1991 im Weserbergland zwar sieben normal warme und feuchte Sommer, aber auch sieben z.T. erheblich (1994/2003) zu heiße, die bis auf das Jahr 2002 (Elbeflut) alle zu trocken ausfielen. Nur zwei der letzten 15 Sommer (1993/1998) waren deutlich zu kühl. Besonders drastisch zeigt sich der Erwärmungstrend in der Anzahl der jährlichen Sommer- und "Heißen Tage" (über 25 bzw. über 30 Grad), die sich in Bückeburg von durchschnittlich 27 (Vergleichsjahre 1961 bis 1990) auf 35 Tage (1991 bis 2005) um fast ein Drittel erhöht haben. In Hameln betrug der Anstieg 28 auf 37 Tage. Bei den "Heißen Tagen" ergab sich in Bückeburg und Hameln mit vier bzw. 4,5 auf neun Tage sogar eine Verdoppelung. In dem unterschiedlich starken Anstieg zeigt sich die Neigung zu immer intensiveren und länger anhaltenden Hitzeperioden, die wir auch in diesem Sommer wieder zu spüren bekommen. Hielte der aktuelle Trend an, könnte die von Klimawissenschaftlern ab 2050 vorhergesagte massive Erwärmung der Sommermonate schon viel früher eintreten. Bleibt zu hoffen, dass es nicht dazu kommt. Allerdings wird dieser Sommer wohl wenig dazu beitragen.

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