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Pro-Bürger-Chef Helmuth Mönkeberg bläst ins selbe Horn wie Grünen-Kollege Helmut Burdorf

Heiming: Kurbetrieb bereits „professionalisiert“

Bad Münder (st). Nach den Vorschlägen Helmut Burdorfs (Grüne) zur Umstrukturierung des Kurbetriebs meldet sich jetzt GeTour-Chef Thomas Heiming zu Wort – und der sieht das alles ganz anders. Und vor allen Dingen sieht er keinen Bedarf für tief greifende Veränderungen. Während Burdorf einen höheren Grad an Professionalität fordert, sagt Heiming: „Ich halte den Kurbetrieb bereits jetzt für sehr professionalisiert.“ Doch es gibt auch Stimmen, die ins selbe Horn blasen wie der Grünen-Vorsitzende.


Die Privatisierung der Kurverwaltung in Form der GeTour GmbH im Jahr 2000 habe professionelle Strukturen etabliert, die sich bewährt hätten, meint Heiming. „Dass wir jetzt erneut die Prädikatisierung als ,Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb‘ mit Bravour bestanden haben, zeigt doch, dass wir hier gute Arbeit leisten.“ Zudem sei die GeTour eines der ganz wenigen Unternehmen der Branche im gesamten Bundesland, das sich selbst ein Qualitätsmanagement auferlegt hat, um sich stetig zu verbessern. „Wir nennen das kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, so Heiming. Den Standpunkt Burdorfs hält der GeTour-Chef für eine Einzelmeinung.

Offenbar nicht ganz: Zumindest Pro-Bürger-Chef Helmuth Mönkeberg stimmt seinem Grünen-Kollegen zu. „Da springe ich doch voll mit in die Bresche.“ Burdorf spreche ihm und seinen Parteifreunden aus der Seele, sagt Mönkeberg. „Das Geld, das wir jedes Jahr für die GeTour rausschmeißen, lohnt sich einfach nicht. Aber die GeTour ist ja eine heilige Kuh.“

Die Stadt könne sich den Zuschuss an die Tourismus-Gesellschaft gar nicht leisten – zumal es nicht die GeTour sei, die die Gäste nach Bad Münder hole, sondern zu großen Teilen die Kliniken. „Und die meiste Arbeit vor Ort macht der Kur- und Verkehrsverein“, steht für Mönkeberg fest. Er fordert: Sämtliche Verträge zwischen Stadt und GeTour müssen neu verhandelt werden.

Günter Bargmann vom Kur- und Verkehrsverein (KVV) hält sich mit einem Urteil zurück – weist lediglich daraufhin, dass der KVV mit Gästeakquise und Marketing ja nichts zu tun hätte, das läge in der Hand der GeTour. Klar sei aber, dass das Angebot einmal wieder auf einen neueren Stand gebracht werden müsse, um die Gäste für Bad Münder zu begeistern.

Auf eine Klarstellung drängt hingegen Bad Pyrmonts Kurdirektor Heinz-Hermann Blome, auf den sich Burdorf in seiner Kritik gestützt hatte. Der Marketing-Profi fühlt sich vom Grünen-Chef gründlich missverstanden. Der mit der GeTour erreichte Grad an Professionalität sei seiner Meinung nach durchaus ausreichend und Bad Münder strukturell recht gut aufgestellt, so Blome gestern.

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