weather-image
23°
Mit "Tea-for-Two" und deftigem Essen: Schaumburger Abend im Ratskellersaal

Heimatbund: Museum ist das "Paradestück des Engagements"

Rinteln (who). Der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg hat mit dem Schaumburger Abend im Ratskellersaal offiziell sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen abgeschlossen. Bevor das Ratskeller-Team je nach Wunsch ein herzhaftes Bratenmenü oder leichtere Kost servierte, erinnerte der erste Vorsitzende des Heimatbundes, Dr. Reinhard Kniewske, noch einmal kurz an die Höhepunkte des Veranstaltungsjahres.

Angriff auf den kleinen Hunger beim Schaumburger Abend. Unter an

Am 1. März 2008 hatte das Konzert des Arte Ensembles mit Kompositionen des Rintelners Adam Valentin Volckmar das Jahr eröffnet, bevor am 14. Juni als Höhepunkt der große Festakt kam. Dazwischen zahlreiche Aktivitäten der ehrenamtlichen Helfer unter den rund 600 Heimatbund-Mitgliedern und überraschende Momente als zusätzliche Bereicherung. So die Schenkung eines Ölgemäldes an das Museum Eulenburg. Kniewske: "Für diese Schenkung sind wir sehr dankbar und sie ist sehr großzügig, und sie erweitert die Sammlung des Museums in ganz besonderer Weise. Denn nach Recherchen von Dr. Stefan Meyer stellte sich heraus: "Wilhelm Volckmar war einst Besitzer des Hauses, das heute Museum Eulenburg heißt. Und das Museum ist sicherlich heute das Paradestück unseres Engagements." Der Heimatbund unterhalte mit einemäußerst knappen Budget ein beachtenswertes Museum mit attraktiven und überregional beachteten Sonderausstellungen wie aktuell "Schaumburg - Land der Dinosaurier". Dr. Reinhard Kniewske griff bei der Gelegenheit die Fragestellung auf von Prof. Dr. Küster, Vorsitzender des Niedersächsischen Heimatbundes. "Was ist eigentlich Heimat", hatte der Hauptredner zum Festakt des 100-jährigen Bestehens gefragt und selber darauf geantwortet, unter anderem mit: "Heimat, das ist immer auch etwas Dynamisches." Auch der Heimatbund sehe seine Aufgaben nicht "ausschließlich darin, die Heimat so zu bewahren, wie sie vor 100, 50 und 20 Jahren war, sondern unsere Aufgabe ist vornehmlich darin zu sehen, diejenigen mit heimatlichen Eindrücken zu prägen, die zur Zeit hier aufwachsen." Darüber hinaus spannte Kniewske, der selber erst vor acht Jahren nach Rinteln gekommen ist, aufgrund eigenen Erlebens den Bogen für den Begriff Heimat weiter, sogar über Ländergrenzen hinaus. Auch für ihn selber überraschend war für den Geschäftsführer eines Rintelner Unternehmens in diesem Jahr das Schweizer Werk seiner Unternehmensgruppe in Burgdorf bei Bern zum neuen beruflichen Mittelpunkt geworden. "Und könnte ein neuer, weiterer Teil meiner persönlichen Heimat werden", blickte Kniewske voraus. Trotz dieser Distanz nach Rinteln werde er gerne, mit der Hilfe der aktiven Heimatbund-Mitgliedern den Vorsitz ausfüllen, solange es keinen Nachfolger oder Nachfolgerin gebe: "Gerade aus der Distanz heraus, entwickelt man eher heimatliche Gefühle, man erinnert sich an das, was vorher selbstverständlich war." Der Heimatbund wird getragen von seinen treuen Mitgliedern, spannte Kniewske den Kreis zur Jubilarehrung des Abends. Erich Söffker ist in diesem Jahr der dienstälteste Heimatbundler. Wilhelm-Erwin Rinne, Fritz Böhne und Günther Maack sind die Silberjubilare. Im Anschluss an den "Arbeitsteil" und das Abendessen durften die gut 80 Gäste an den Tischen sich entspannt der Unterhaltung mit "Tea-for-Two" hingeben. Das Duo servierte dazu vorzugsweise Schlager aus den 20er-Jahren, darunter als Kontrastprogramm hintersinnig und subtil-garstige Lieder von Georg Kreisler.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare