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Keine Bedenken gegen den geplanten Verbrauchermarkt

Heeßer Gemeinderat gibt grünes Licht für Edeka-Neubau

Heeßen/Bad Eilsen (sig). Es geschieht nicht so oft, dass Mitglieder des Gemeinderates von Bad Eilsen als Zuhörer bei den Heeßer Kollegen zu Gast sind. Dann muss schon ein Punkt auf der Tagesordnung sein, der auch für den Kurort von bes onderer Bedeutung ist. Das trifft zu: Der Gemeinderat von Heeßen ebnete nämlich den Weg für den geplanten Edeka-Markt an der Arensburger Straße. Am 4. November hat der Rat von Bad Eilsen zu entscheiden.

Städteplaner Matthias Reinold informiert anhand einer Zeichnung

Der mit der Planung beauftragte Diplom-Ingenieur Matthias Reinhold aus Rinteln nahm zu den Ergebnissen deröffentlichen Auslegung Stellung und behandelte auch die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange. Im Kern ging es um zusätzliche Lärmbelästigungen und Abgasimmissionen, um die Prüfung der Umweltverträglichkeit, um mögliche negative Auswirkungen auf den Status des Kurortes. Auch von der Gefahr von Wertminderungen beim Verkauf von Nachbargrundstücken war die Rede. Die Bedenken, dass die mit annähernd 30 Prozent (zu Spitzenzeiten) geschätzte Zunahme des Verkehrs im Bereich der Zufahrtsstraßen unter anderem zu Schäden an Baulichkeiten im Kurparkbereich führen könne und auch die Aue-Brücke überfordern würde, werden vom Planer und ebenso vom Heeßer Gemeinderat nicht geteilt. Die Luftqualität soll dank einer verbesserten Durchlüftung im Bereich des Neubauprojektes ebenfalls nicht nachteilig beeinflusst werden. Auch aus städtebaulicher Sicht sieht der Planer das Vorhaben als wesentlichen Fortschritt gegenüber dem jetzigen Zustand des Geländekomplexes an. Zerschlagene Scheiben, Wildwuchs und Unrat auf den Grundstücken würden das Ortsbild eher negativ beeinflussen. Die bauliche Substanz des Ortskerns werde durch das geplante Projekt spürbar aufgewertet und attraktiver. Auch eine verbesserte Versorgung der Einwohner sowie der Kurgäste würde der allgemeinen Kurentwicklung von Bad Eilsen förderlich sein. Matthias Reinold wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die schlechte Bewertung von Bad Eilsen im Vergleich mit den anderen niedersächsischen Kurorten zu einem Teil auch auf die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten zurückzuführen sei. Nach einem vorliegenden Gutachten verbleiben gegenwärtig nur 57 Prozent der Kaufkraft der Einwohner im Ort. Fast die Hälfte des Geldes fließe in die Umgebung ab. Mit einer Verbesserung dieser Situation wird sich sicherlich auch die Arbeitsgruppe befassen, die am Masterplan für den Kurort arbeitet. Nach diesen Darlegungen kam es sehr schnell zu einem einstimmigen Satzungsbeschluss des Heeßer Gemeinderates für den Bebauungsplan Nr. 17 Arensburger Straße. Das Ergebnis der Auslegung und Befragung wurde zur Kenntnis genommen. Nach allen Abwägungen gibt es zumindest hier keine Bedenken gegen das Bauvorhaben. Da allerdings Heeßen nur über eine kleine Grundstücksfläche zu entscheiden hat, sind jetzt alle Augen auf den Rat von Bad Eilsen gerichtet, der morgen seine Entscheidung fällt.

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