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DNA-Spur führt zum Angeklagten

Hat Stadthäger am Bahnhof Frau vergewaltigt?

Stadthagen (ly). Fast fünf Jahre nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung am Stadthäger Bahnhof muss sich ein 24-Jähriger aus der Kreisstadt vor dem Landgericht in Bückeburg verantworten.

Zusammen mit einem Unbekannten soll der Mann das Opfer gegen acht Uhr morgens zu einer abgelegenen Ecke am Stellwerk geführt haben, wo er nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft allein über die Frau herfiel. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Als sicher gilt, dass mutmaßlicher Täter und Opfer an jenem Sonntag, dem 10. August 2003, in Begleitung von Bekannten die S-Bahn Hannover-Stadthagen genommen hatten. Im Abteil lernte man sich kennen. Nach der Ankunft soll sich der junge Mann, damals 19 Jahre alt und im Sinne des Gesetzes Heranwachsender, zur Vergewaltigungentschlossen haben. Zunächst, so heißt es in der Anklageschrift, habe er dem Opfer zwei Ohrfeigen versetzt, weshalb ihm außer Vergewaltigung auch Körperverletzung zur Last gelegt wird. Dann sei er über die Frau hergefallen. Obwohl diese über Schmerzen geklagt habe, "fuhr er mit der Tat ungerührt fort'', so Staatsanwalt Malte Rabe von Kühlewein. Zum Prozessauftakt vor der 1. Großen Jugendkammer hat die Frau, eine 41-Jährige aus dem Landkreis Nienburg, den Stadthäger am Freitag belastet. Auf den Angeklagten sind die Ermittler nach Jahren durch einen DNA-Abgleich gekommen. Der Mann hatte Spuren hinterlassen. Wegen anderer Delikte war er zwischenzeitlich mit seinem genetischen Material in der polizeilichen Datei gespeichert worden. Das Geschehen schildert der 24-Jährige völlig anders. "Ich habe sie nicht vergewaltigt'', sagte er. "Schon im Zug hat sie mich immer umarmt. Es war klar, dass sie Sex von mir erwartete.'' Die vorausgegangene Nacht in Hannover will der Stadthäger "in unterschiedlichen Puffs'' verbracht haben. Richterin Birgit Brüninghaus hat zunächst vier Verhandlungstage anberaumt und sieben Zeugen sowie einen Gutachter geladen. Der Prozess wird am heutigen Montag fortgesetzt.

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