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Leipziger Museum erkennt Exten in Bild / Kopie wird in Heimatstube ausgestellt

Hat Goethe in Exten Station gemacht?

Exten (who). Hat Johann Wolfgang von Goethe während einer seiner Reisen in Exten Station gemacht? Die Nachricht, die Horst Vöge, Vorsitzender des Extener Heimatvereins im November erreicht hat, spricht dafür.

Zeigt diese Zeichnung Goethes die Exter? Der Meinung ist Dr. Ric

"Dr. Richard Hüttel vom Museum der Bildenden Künste Leipzig hat uns geschrieben, dass unter der Inventarnummer ,I. 8199r' eine Zeichnung katalogisiert ist, die Freiherr Johann Wolfgang von Goethe um 1783 herum in Exten gemalt haben soll", so Vöge. Hüttel ist Leiter der Graphischen Sammlung des Museums und habe konkret nachgefragt: "An welchem Teil der Exter kann Goethe dieses Bild gezeichnet haben?" Bei dem Bild handelt es sich um eine Bleistiftzeichnung in der Größe von 11,5 mal 18,8 Zentimetern, die anschließend monochrom ausgetuscht worden ist. Im Vordergrund soll sie den Flusslauf der Exter mit einer Wasserschwelle zeigen, die Fließrichtung ist von links nach rechts. Die Uferböschungen sind flach, teilweise erkennt man große Steine. Neben einer Wiese mit Bäumen sind schemenhafte Konturen von Gebäuden zu sehen, die teilweise durch die Bäume verdeckt werden. "Was macht uns sicher, dass das Bild in Exten gemalt wurde und auch tatsächlich den Flusslauf der Exter zeigt?", fragte Hüttel. Seine Antwort: Goethe habe in tagebuchähnlichen Aufzeichnungen zahlreiche Briefe an Freunde und Bekannte geschrieben. In einem dieser Briefe von Oktober 1783 an seine langjährige Freundin Charlotte von Stein habe er folgende Zeilen geschrieben: "Deine Freude freut mich über die masen, und ich dancke dir für die gute Aufnahme des Bildes. Hier schick ich die Zeichnung von Exten. Heute fand ich sie und habe sie getuscht..." Es sei historisch belegt, dass Goethe von 1776 bis 1784 Reisen in den Harz sowie in den Raum Göttingen und Kassel unternommen habe, so Hüttel. Und unter anderem sei er auch mit Johann Gottfried Herder befreundet gewesen, der von 1771 bis 1776 als Hofprediger in Bückeburg tätig gewesen ist. Goethe habe ihn dort besucht und in diesem Zuge auch Isabella von Wartensleben auf dem Rittergut in Exten besucht. Diesen Besuch habe er schriftlich für den 15. September 1779 angekündigt. "Das Bild", so Hüttel, "ist vermutlich zwischen dem 29. September und dem 20. Oktober 1783 gemalt worden." Hüttel ist überzeugt: Goethe ist in Exten auf dem Rittergut gewesen. Deshalb seine Bitte an den Heimatverein, zu prüfen, ob sich in Unterlagen des Rittergutes aus dem von Wartenslebenschen Nachlass noch genauere Erkenntnisse ziehen lassen. Inzwischen sind etliche Mitglieder des Heimatvereins Goethes Spuren in Exten nachgegangen, darunter Guido Schaper, Bernd Kirchhoff und Christoph Ehleben. Kirchhoff: "In alten Flurkarten haben wir uns einenÜberblick verschafft und festgestellt, dass es in der Zeit um 1783 nur vielleicht 50 Gebäude im fraglichen Bereich der Exter gab. Damit kann die Bildszene räumlich eingegrenzt werden." Erstes Ergebnis: Bei einer Begehung des Exterlaufs wurde unter Berücksichtigung der abgebildeten Fließrichtung und der markanten Wasserschwelle ein kleiner Abschnitt ausgemacht, der in die Bildszene passen könnte. "Für alle Heimatfreunde und Extener Einwohner soll demnächst eine großformatige Kopie dieser für Exten einzigartigen Zeichnung in der Heimatstube ausgestellt werden", verspricht Kirchhoff.

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