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Hameln verliert Wasserschutzpolizei

WSP

Hameln (ube). Die Stadt Hameln verliert „ihre“ Wasserschutzpolizei (WSP). Die erst im Jahr 2005 bezogene Wache am Rosenbusch wird aufgegeben, das blau-weiße Streckenboot „W 9“ abtransportiert. Das Innenministerium in Hannover will auch die Standorte Oldenburg, Braunschweig, Papenburg und Norddeich schließen. In Hameln geht damit eine Ära zu Ende: Bereits 1922 gab es hier eine Wasserschutzpolizei-Wache. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat das mit Sparzwängen der Landesregierung begründet. 80 der 210 Stellen sollen bis 2014 wegfallen. Das entlaste den Landesetat um rund 3,3 Millionen Euro jährlich, heißt es. Das Revier der WSP Hameln ist 172 Kilometer lang und liegt in den Bundesländern Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Zuständigkeitsbereich der Wasserschutzpolizeistation reicht von Hannoversch Münden bis nach Eisbergen.
 Bei den Wasserschützern macht sich Enttäuschung breit: „Wir werden einfach weggespart“, lautet das Fazit eines Beamten. „Wo wir künftig arbeiten wollen, sollen wir uns wünschen dürfen“, erzählt ein anderer – und kommentiert das mit den Worten: „Na toll.“ Ein Wasserschutzmann sieht das so: „Wir sind aus Überzeugung Wasserschützer geworden. Viele von uns kommen aus Schifferfamilien. Jetzt sollen wir irgendwohin abgeschoben werden.“ Ein Kollege sagt: „Die Stimmung ist im Keller. Es macht keinen Spaß mehr.“
 „Die betroffenen Beamten werden weiterhin Verwendung finden, ein detailliertes Umsetzungskonzept gibt es noch nicht“, sagt die Sprecherin der Zentralen Polizeidirektion Hannover, Hauptkommissarin Sabine Hoffmann, zur Dewezet. Es müssten zunächst Gespräche mit jedem Einzelnen geführt werden, um gemeinsam eine „sozial-adäquate“ Lösung zu finden. Bei Notfällen und für Kontrollen müssen in Zukunft Beamte extra aus Nienburg anrücken. „Und das dauert Stunden. Sicherheit sieht anders aus“, kommentiert ein Beamter.
 Im vergangenen Jahr gab es viel zu tun für die drei Männer von der Station Hameln. 249 Einsätze sind protokolliert. Im Jahr 2008 galt es 213 Fälle zu bearbeiten: Ein betrunkener Fahrgastschiff-Kapitän, der Untergang von zwei Motorjachten und Ölalarme sorgten ebenso für Schlagzeilen wie die Bergung von Wasserleichen und die Rettung von drei Menschen, die in die Weser gefallen waren.
 Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bedauern die Standortschließung der Wasserschutzpolizei in Hameln.

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