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Müsli und mehr: Angehende Industriekaufleute erarbeiten Unternehmensprojekte

"Habt Ihr heute schon gefrühstückt?"

Rinteln (ntl). "Habt Ihr heute schon gefrühstückt?" Diese Frage stellt Sabine Struckmeier, Fachleiterin an den Berufsbildenden Schulen (BBS), zum Auftakt der Projektpräsentationen "Unternehmensstrategien und -projekte umsetzen" in den Raum. Eine Frage, die mit der nachfolgenden Präsentation einiges zu tun hat: Wie man Müsli noch besser vermarkten kann, dieser Aufgabe haben sich rund 20 angehende Industriekaufleute in einem Unterrichtsprojekt gestellt.

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Im Februar hatte sich Sabien Herde-Korf vom gleichnamigen Rintelner Reformhaus an die Schüler der WIK 03A (Industriekaufleute Oberstufe, 3. Lehrjahr) gewandt - mit dem Auftrag, Müsli aus dem Reformhaus besser vermarkten zu können und herauszufinden, was sich der Kunde wünscht. Die Idee dazu war ihr gekommen, als sich mehrfach Kunden nach individuell mischbaren Müslisorten erkundigten. "Das hat für mich natürlich die Frage aufgeworfen, ob es sich lohnen würde, unseren vielfältigen Angeboten noch weitere Produkte hinzuzufügen", erläutert Sabine Herde-Korf. Und dieser Sache nahmen sich die angehenden Industriekaufleute gerne an. Es wurden zwei Gruppen mit bis zu zwölf Mitgliedern gebildet, die sich ans Planen und Entwickeln machten. Insgesamt sieben Wochen hatten beide Teams Zeit, pro Woche zwei Schultage. Damit nicht genug: Auch außerschulische Zeit in den Osterferien wurde für das Projekt aufgewendet. Doch all die Mühe hat sich gelohnt: Souverän präsentierten sich die Schüler am vergangenen Freitag ihrem Publikum in der Aula der Berufsbildenden Schulen an der Dauestraße. Geladen waren unter anderem Thomas Fiedler als kommissarischer Schulleiter, Lehrkräfte der Schule, Ausbilder und Ausbilderinnen, Schüler und Schülerinnen - und natürlich Sabine Herde-Korf als Auftraggeberin. Um herauszufinden, was bei den Müsli-Essern am beliebtesten ist, wurde von beiden Gruppen eine Umfrage rund ums Müsli erarbeitet. "Wir haben uns gefragt, was Müsli eigentlich ist und dazu im Internet recherchiert", erläuterte Jennifer Wenz die Vorgehensweise ihrer Gruppe. Das Konzept "MüslX - mein eigener Müsli-Mix", welches sie mit ihrem Team-Partner Fabrizio Panzica vorstellte, sieht nicht nur den Hygienevorschriften entsprechende Müslispender vor, sondern auch individuelle Dekorationen im Reformhaus, um die Kunden schon beim Betreten auf das Müsliangebot aufmerksam zu machen. Gesetzt wird auf den ländlichen Stilmit Kornsack, Wagenrad und Weizenhalmen. Sabine Struckmeier, die das Projekt als Fachleiterin der Schule initiiert und begleitet hat, wusste selbst bis zum Schluss nicht, was genau die Gruppen geplant hatten. Zwar hatte sie hier und da einen Einblick in den Ablauf, aber die endgültige Präsentation kannte sie nicht. "Das ist wie mit einem Baby, das man beim Ultraschall sieht. Man erkennt es zwar, aber bis zum Schluss kann man nicht sagen, wie es jetzt ganz genau aussieht", erklärte Struckmeier dem Publikum. Von dem Ergebnis aber war die Lehrerin sehr angetan. Genau wie auch die Auftraggeberin: Sabine Herde-Korf selbst war von beiden Präsentationen begeistert und bedankte sich für die Arbeit der beiden Gruppen der angehenden Industriekaufleute. Und vielleicht schafft das Schulprojekt auch den Weg von der Theorie in die unternehmerische Praxis: "Eventuell kann man von den beiden Projekten ja tatsächlich etwas im Reformhaus umsetzen", überlegt Sabine Herde-Korf.

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