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Der künftige starke Mann der SPD Bad Münder: Heinrich Söfjer kandidiert für den Parteivorsitz

„Habe mich nie vor Verantwortung gedrückt“

Bad Münder (mf). Der neue starke Mann der münderschen Sozialdemokraten – am 19. November will sich Heinrich Söfjer zum Vorsitzenden des SPD-Stadtverbands wählen lassen. Viele Genossen trauen dem 59-Jährigen zu, die in den vergangenen Jahren von Lagerkämpfen gebeutelte Partei wieder zu einen und geschlossen in den Kommunalwahlkampf 2011 zu führen.

Heinrich Söfjer

Söfjer bestätigte im NDZ-Gespräch seine Bereitschaft zur Kandidatur. Die noch amtierende Vorsitzende Dagmar Kreutel hatte gegenüber ihren Genossen bereits zu verstehen gegeben, dass sie sich aus privaten beziehungsweise beruflichen Gründen aus der ersten Reihe zurückziehen wolle. „Der Vorstand hat mich daraufhin gefragt, und ich habe zugesagt anzutreten“, erklärt Söfjer, der sogar bereits einige Sitzungen in Vertretung Kreutels geleitet hat.

Die Chancen des Gewerkschafters gelten denn auch als ausgesprochen gut. Söfjer eilt der Ruf einer Integrationsfigur voraus. Er selbst sagt über sich: „Ich bin ein guter Zuhörer und kann sehr geduldig sein, wenn es darum geht, einen Konsens zu finden.“

Eigenschaften, die schon während seiner 18-jährigen Tätigkeit als hauptamtlicher Betriebsrat im Volkswagen- Nutzfahrzeugwerk Hannover gefragt waren. Bis zum Eintritt in den Vorruhestand in diesem Frühjahr stand er die letzten drei Jahre sogar an der Spitze der einflussreichen Arbeitnehmervertretung.

Im Falle seiner Wahl wolle er mit dem neuen Vorstand einen Kurs abstecken, bei dem es darum gehen müsse, „wieder stärker die Gemeinsamkeiten der Partei in den Vordergrund zu stellen. Ich habe in der Vergangenheit manchmal ein wenig die nötige Disziplin und Verbindlichkeit vermisst“, analysiert der Eimbeckhäuser die Situation seiner Partei.

Das gelte aber für den Rat insgesamt, wo dem einen oder anderen Mitglied die Selbstdarstellung leider mitunter wichtiger sei als das Bestreben, die Sache in den Mittelpunkt zu stellen, hat Söfjer beobachtet. „Dabei haben wir genug Probleme, die nur über Parteigrenzen hinweg gelöst werden können.“

Söfjer will sich bei der Kommunalwahl am 11. September nächsten Jahres auch um einen Sitz im Stadtrat bewerben. Viele in der Partei können sich vorstellen, dass er dort in Doppelfunktion auch noch den Fraktionsvorsitz übernimmt. Amtsinhaber Rolf Wittich hatte angekündigt, dafür in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Söfjer will die Spekulationen nicht kommentieren. Möglicherweise gilt aber auch hier, was er an anderer Stelle immer wieder betont: „Ich strebe nicht nach Ämtern, ich habe mich aber auch nie vor Verantwortung gedrückt.“

Immerhin: An Erfahrung mangelt es ihm im kommunalpolitischen Geschäft nicht. Der 59-Jährige ist Mitglied des Ortsrates Eimbeckhausen und saß von 2004 bis 2006 schon als Nachrücker für die SPD im Stadtrat. Viele in der Partei halten es deshalb für denkbar, dass er sich auch zur Übernahme des Fraktionsvorsitzes bereit erklärt, falls sich kein anderer danach drängen sollte.

Dass er Verantwortung nicht scheut, hat Söfjer auch außerhalb der Politik vielfach unter Beweis gestellt – etwa als Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Stadtjugendrings oder an der Spitze der DLRG-Ortsgruppe. Seit 1978 führt er dort bis heute ununterbrochen den Vorstand. „Ich habe mich immer engagiert, wenn es meine Zeit zugelassen hat, das fing schon als Klassensprecher in der Schule an“, blickt er zurück.

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