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Als 101-Jährige nach Kanada geflogen

Gute Gene geerbt: Jutta Siefken "104"

Bad Eilsen (sig). Es scheint doch kein spezielles Geheimnis ums Altwerden zu geben. Wenn jemand in bewundernswerter Weise 104 Jahre alt wird und kein besonderes Rezept dafür kennt, dann sucht man in diesem Fall vergeblich nach Gründen. Jutta Siefken, geborene von Ditfurth, führte zwar ein sehr abwechslungsreiches, nicht immer leichtes und vor allem verantwortungsbewusstes Leben, aber sie hat sich dabei niemals vorgenommen, einen Altersrekord aufzustellen.

Die 104 Jahre sieht man ihr nicht an: Hellwach nimmt Jutta Siefk

Ihre zwei Töchter und der Sohn setzen allerdings noch heute auf drei Erfolg versprechende mütterliche Tugenden: "Sie war immer von großem Optimismus erfüllt, war sehr aktiv und hat im Leben nie aufgegeben." Vielleicht sei das die Basis dafür, dass sie in erstaunlich guter Verfassung im Altersruhesitz Neithard von Stein jetzt den 104. Geburtstag feiern konnte. Wenn auch die Augen und das Gehör verständlicherweise etwas nachgelassen haben, ist die Seniorin doch noch immer mit einem hellwachen Verstand ausgestattet. Lesen, Rätsel lösen und ausgewählte Fernsehsendungen tragen dazu bei, dass auch diese "geschenkten Jahre" für sie nicht langweilig werden. Aber auch das scheint klar: Schlechte Gene hat Jutta Siefken offenbar nicht geerbt. Etliche ihrer Vorfahren hatten bereits weit über 90 Lebensjahre erreicht. Als die heutige Altersjubilarin auf dem elterlichen Gut Dankersen bei Rinteln das Licht der Welt erblickte, war Deutschland eine Monarchie. Sie ist viel herumgekommen in der Welt. Nach zwei Jahren in Brasilien, heiratete sie in Kenia einen deutschen Kaufmann und bewirtschaftete mit ihm eine Farm. Erst als sie dort durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges alles aufgeben musste, kam sie 1939 zurück ins Elternhaus. Ein Beweis für ihre beispielhafte Kondition ist die Tatsache, dass Jutta Siefken noch bis zum Alter von 101 alljährlich einmal allein nach Kanada geflogen ist, um dort ihre Tochter Elisabeth Treviranus und deren Familie zu besuchen. Ihre zweite Tochter Anne-Marie Kölbach ist in Köln zu Hause. Der 71-jährige Sohn Jobst von Dithfurth führt das elterliche Gut Dankersen weiter. Acht Enkel und vierzehn Urenkel komplettieren das familiäre "Netzwerk", dessen Wirken die Seniorin aufmerksam und stolz verfolgt. Neben den Kindern gehörten der stellvertretende Landrat Werner Vehling, Bürgermeister Horst Rinne und Pastor Lutz Gräber zu den ersten Gratulanten. Schriftliche Glückwünsche kamen vom Bundespräsidenten, von Niedersachsens Ministerpräsidenten und vom Landrat.

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