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Sachverständiger: Banken zu Zugeständnissen bereit / Mitglieder müssen bei der Stange bleiben

"Gute Chancen" zur Rettung der VT Bückeburg

Bückeburg (rc). "Wenn die Mitglieder der VTB die Stange halten, sehe ich gute Chancen, dass die Insolvenz abgewendet und der Verein für die Zukunft auf gesunde Beine gestellt werden kann. Die Gläubigerbanken sind zu erheblichen Zugeständnissen bereit, die über das normale Maß hinausgehen." Das sagte der Fachanwalt für Insolvenzrecht, Stephan Höltershinken, gestern Nachmittag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Höltershinken ist vom Insolvenzgericht Bückeburg als Sachverständiger eingesetzt worden. Er hat zu prüfen, ob ein Insolvenzverfahren gegen den Traditionsverein eingeleitet wird.

Eindringlich appellierten der Sachverständige als auch der VTB-Vorsitzende Manfred Hohmann und Sozialwart Ulrich Mohr an die Mitglieder, sich in Geduld zu üben. In den vergangenen Tagen seien viele Erfolg versprechende Gespräche geführt worden. "Nur was nutzt es, um das Unternehmen VTB zu kämpfen, wenn die Mitglieder nicht mehr an Bord sind?" fragte Höltershinken: "Das Unternehmen VTB ist es wert, dass um es gekämpft wird." Sowohl Vorstand als auch ihm seien Sparten bekannt, die möglichst schnell zu einem anderen Verein wechseln wollten, sagte Höltershinken. Angesichts des Überlebenskampfes in den vergangenen drei Jahren und der Stellung des Insolvenzantrages seien das Misstrauen und die Unruhe verständlich. Sowohl Vorstand als auch Höltershinken appellierten aber an alle, sich in den kommenden zwei Wochen noch in Geduld zu üben: Der Übungsbetrieb laufe unverändert weiter, die Startgelder für die kommenden zwei Wochen seien gesichert und auch das Gehalt des Sportlehrers könne bezahlt werden. Wie Höltershinken sagte, habe er in den vergangenen drei Tagen in zahlreichen Gesprächen ein Konzept erarbeiten können, das die Rettung des Vereins bedeute. Dieses Konzept müsse nun juristisch zu Papier gebracht und abgesegnet werden. In den Gesprächen hätten die beiden Hauptgläubigerbanken Sparkasse Schaumburg und Volksbank in Schaumburg sich zu Zugeständnissen bereit erklärt. Ihm schwebe ein "sehr schlanker Insolvenzplan vor", der sehr kurzfristig umgesetzt werden könne. Aber, noch einmal wiederholt er sich: "Was nutzt uns das ohne die Mitglieder?" Dem Vorstand attestierte der Sachverständige, in den vergangenen drei Jahren eine saubere Sanierungsarbeit geleistet zu haben: "Ich konnte kein Missmanagement erkennen." Der letztendlich gescheiterte Vergleich hätte die Rettung des Vereins bedeutet, der Insolvenzantrag hätte nicht gestellt werden müssen. Wie der Vorstand mitteilte, wird aller Voraussicht nach kommenden Mittwoch, 14. Juni, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, wahrscheinlich um 18 Uhr in der Gaststätte Fenkner. Zu dieser Versammlung wird auch der Sachverständige eingeladen, der die Mitglieder detailliert über sein Konzept informieren wird.

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