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60 Feuerwehrleute löschen ehemaligen Grill / Müll in der Ruine angesteckt?

Großeinsatz für Ruine: "Wir konnten es doch nicht einfach brennen lassen"

Rinteln (wm). Über drei Stunden brauchten 60 Feuerwehrleute aus Rinteln und Exten, um in der Nacht zum Montag ein Feuer im ehemaligen Grill am Rande des Sassenbergschen Kiesgeländes in den Griff zu bekommen. Dach und Decken des Grills sind längst eingestürzt, deshalb, schilderte Ortsbrandmeister Thomas Blauegestern, wäre es lebensgefährlich gewesen, die Ruine zu betreten: "Wir konnten es aber auch nicht einfach brennen lassen, denn im Gebäude brannte vor allem Müll lichterloh - Plastik, alte Matratzen, Möbelreste", womit, so Blaue, gefährliche Giftgase entstehen.

Bis morgens um zwei Uhr sind die Feuerwehrleute auf dem Ruinenge

Um die Flammen in den eingestürzten Zwischendecken zu ersticken setzte die Feuerwehr schließlich Schaum ein, der den Feuernestern den Garaus machte. Erst morgens gegen 2 Uhr rückten die letzten Feuerwehrleute verdreckt und verschlammt vom Ruinengelände wieder ab. Das Feuer war gegen 22.30 Uhr bemerkt worden ist, weil die Flammen meterhoch aus der Ruine schossen. Von selbst kann es nicht entstanden sein, sagen die Feuerwehrleute. In der Ruine gibt es keine Stromleitung mehr, auch sonst nichts, was sich von selbst hätte entzünden können, also muss hier jemand gezündelt haben. Für die Feuerwehr sind die Ruinen auf dem Sassenberggelände schon lange eine Ärgernis und eine Gefahr für die Allgemeinheit, denn sie musste schon mehrmals ausrücken, um hier Brände zu löschen. Seit vier Jahren müht sich die Stadt Rinteln, den Eigentümer, der in den USA lebt, dazu zu bewegen, die Ruinen einzuebnen und den Müll auf dem Gelände entsorgen zu lassen. Rund 60 000 Euro würde der Abriss der Ruinen kosten, hatte die Verwaltung im September 2007 ermitteln lassen. Damit Kinder nicht auf dem Gelände spielen, habe die Stadt im Vorjahr Lücken im Zaun schließen lassen, berichtete gestern Bauamtschef Reinhold Koch auf Anfrage. Über den aktuellen Stand des juristischenGeplänkels mit dem Grundeigentümer vermochte er nichts zu sagen - Rintelner Erster Stadtrat und Jurist im Rathaus, Jörg Schröder, ist in Urlaub. Es ist ein Gelände mit Geschichte, auf dem viele gute Ideen begraben liegen. Einst stand hier ein Kieswerk, dann sollten dort Wohnhäuser gebaut werden, danach waren McDonald's, Mercedes und ein Speditionsunternehmen im Gespräch - jetzt ist es nur noch ein Schandfleck im Süden der Stadt.

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