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Bankräuber weiter auf der Flucht / Zeugen gesucht: Wer hat roten Audi gesehen?

Großalarm nach sechs Minuten: Hätte Polizei schneller sein können?

Todenmann/Rinteln (wer). Dass der Geschäftsstellenleiter der Sparkassen-Filiale Todenmann beim Überfall am Donnerstag rechtzeitig den Alarmknopf drückte, ist für die Polizei ein Idealfall. Dennoch sind die Täter - obgleich der Raub Minuten dauerte - entkommen. Weil zu viel Zeit auf dem Alarmweg über die Polizeiinspektion in Nienburg verloren ging?

Nach demÜberfall: Die Polizei sichert den Tatort und durchsucht

Hinter vorgehaltener Hand wird in Schaumburgs Polizei Kritik am Alarm(um)wegüber die neue Inspektion in Nienburg geäußert. Die Polizeireform hat den Sitz der Leitstelle von Stadthagen in den nördlichen Nachbarkreis verschoben. Tief sitzt der Frust über die Reform - am Donnerstag nach dem Überfall wurde er laut. Mehr als fünf Minuten verstrichen, ehe die Bankräuber nach dem Alarm die beiden Angestellten gefesselt hatten und an das Geld gekommen waren. Eine relativ gute Chance für die Polizei, die Täter beim Verlassen der Bank zu stellen. Fraglich ist indes, ob und inwieweit die Alarmschleife über Nienburg den Polizeieinsatz tatsächlich verzögert hat. Exakt um 12.27 Uhr und 25 Sekunden ging der Sparkassenalarm aus Todenmann bei der beauftragten Wach- und Schließgesellschaft in Hameln ein. Nach Auskunft der Sparkasse sei von dort aus genau eine Minute später telefonisch die Polizei in Nienburg verständigt worden. Um 12.30 Uhr hat wiederum die Nienburger Polizei nach eigener Auskunft ihre Dienststellen in Rinteln und Bückeburg über Funk alarmiert, auch ein allgemeiner Funkspruch sei abgesetzt worden. Ringalarm wurde aus Nienburg allerdings erst um 12.33 Uhr ausgelöst - nach dem Überfall, als Folge des zweiten Notrufs der Bankmitarbeiterin, die sich aus den Fesseln notdürftig befreit und einen Rettungswagen für ihren verletzten Kollegen herbeigerufen hatte. Möglicherweise hat erst dieser Anruf um 12.33 Uhr mit aller Klarheit deutlich gemacht, dass das erste Signal kein Fehlalarm war. In den Folgeminuten wurden jetzt auch Polizeikräfte aus Lippe, Minden, Hameln und Hannover alarmiert. Nach dem Anruf um 12.33 Uhr traf auch der erste Streifenwagen aus Rinteln an der Sparkasse ein. Die Täter waren bereits verschwunden. Für die Polizeiinspektion in Nienburg ein Alarmierungsablauf, der kaum schneller zu realisieren sei. Unsicherheit über die geographische Zuordnung Todenmanns habe es nicht gegeben, stellt Gabriela Mielke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion, klar. Für jede Bank gebe es einen Alarmordner, der auch gezogen worden sei. Alles nach Plan. Die Fahndung der Polizei läuft auf Hochtouren. Von den beiden Bankräubern indes fehlt weiter jede Spur. Die Polizei sucht Zeugen, vor allem zu einem roten Audi mit Hamelner Kennzeichen (HM), der etwa zehn Minuten vor dem Überfall in Todenmann beobachtet wurde und möglicherweise in einem Zusammenhang zur Tat steht. Hinweise nimmt die Polizei unter 05751 / 95450 entgegen.

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