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Goldene Hochzeit: Von Celano gen Deister – der Liebe wegen

HACHMÜHLEN. Heute werden sich In der Sandkuhle 35 die Gratulanten die Klinke in die Hand geben. Der Grund: Karin und Nunzio Lucarelli blicken auf fünfzig Ehejahre zurück und feiern Goldene Hochzeit. Und das Beste: sie haben nichts zu bereuen und würden wieder heiraten, wie sie unisono betonen.

Blaue Augen zum Verlieben: Karin und Nunzio Lucarelli lernten sich vor über 50 Jahren in einer Eisdiele kennen. Foto: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

Der Jubilar wurde 1944 in Celano, einem mittelgroßen Städtchen in den italienischen Abruzzen, geboren. Dort wuchs er mit zwei Geschwistern auf, besuchte eine Internatsschule und ließ sich anschließend zum Elektriker ausbilden. Wie so viele seiner Landsleute konnte auch der inzwischen 18-Jährige bald nicht mehr dem Ruf aus dem Norden widerstehen – es zog ihn nach Deutschland.

Er bekam seinen ersten Arbeitsplatz in dem fremden Land zunächst in Castrop-Rauxel. Bald schon absolvierte er einen Schweißerlehrgang. Daraufhin erhielt er nicht nur einen besser bezahlten Job in Remscheid bei einem großen Betrieb der Metallindustrie, sondern hier kreuzten sich auch zum ersten Mal die Wege mit seiner Karin. Sie jobbte nämlich zur gleichen Zeit als Kinderpflegerin bei einer Remscheider Familie und sah ihrem Nunzio das erste Mal in einer Eisdiele tief in die Augen. „Von diesen blauen Augen des schwarzhaarigen Italieners war ich einfach fasziniert“, gesteht sie heute.

Karina Weichert kam 1945 in einer Bauernfamilie in Neukemnitz im niederschlesischen Kreis Hirschberg zur Welt. Nach der Vertreibung aus der Heimat landete sie 1946 mit ihrer Mutter und drei Geschwistern in Altenhagen I. Der Vater war im Krieg gefallen. Nach der Volksschule besuchte sie die Haushaltungsschule und danach die Kinderpflegeschule, bevor sie einer Stellenannonce folgend nach Remscheid ging. Hier wurden sich Karin und Nunzio schnell einig, dass sie zusammen bleiben würden und zogen wenig später nach Springe.

Mutter Weichert fiel zunächst aus allen Wolken, als sie hörte, dass Karin einen Italiener heiraten wollte. Aus Ablehnung wurde aber schnell Zustimmung, nachdem sie ihren zukünftigen Schwiegersohn kennen gelernt hatte. In Springe wurde 1967 geheiratet und Sohn Robert kam zur Welt, während Mike drei Jahre später folgte. Nunzio arbeitete zunächst bei Lange in Völksen, ging aber bald danach zu Bison, wo er bis zur Rente blieb.

1980 bezogen die Lucarellis ihr neues Haus in Hachmühlen. Hier fassten sie schnell Fuß, scharten einen großen Freundes- und Bekanntenkreis um sich, besonders Karin engagiert sich sehr im DRK-Ortsverein. Ansonsten halten sich die Jubilare fit mit Saunieren, Walken, Gymnastik oder durch Pflegearbeiten in ihrem schmucken Garten.

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