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Glasindustrie: Der Ton wird schärfer

BAD MÜNDER. Erstmals seit vielen Jahren wird an der Glashütte in Bad Münder wieder eine Tarifauseinandersetzung mit schärferen Tönen geführt. Für Dienstag, 15. August, kündigt die Tarifkommission Aktionen vor den Toren des Werks an der Süntelstraße an.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Keinen Tarifstreik, aber der Münderaner Hans Georg Diekmann als Mitglied der Tarifkommission will die Gelegenheit nutzen, seine Kollegen über die aus Gewerkschaftssicht unbefriedigende Entwicklung der Verhandlungen zu informieren.

Die Aktion, rund eine Woche vor der inzwischen dritten Verhandlungsrunde in der Behälterglasindustrie terminiert, soll aufrütteln – sowohl die Arbeitgeberseite, die sich nach Auffassung Diekmanns bislang einem der wirtschaftlichen Situation der Branche angemessenen Ergebnis verweigert, aber auch die Beschäftigten.

Mit einer Erhöhung von 4,5 Prozent für zwölf Monate und einer monatlichen Anhebung der Ausbildungsvergütung in Höhe von 90 Euro ging die Arbeitnehmerseite in die Verhandlungen, die Arbeitgeberseite habe mit einem Angebot für 24 Monate „unter Inflationsausgleich“ geantwortet, erklärt Diekmann. Dieses Angebot entspreche nicht den „stabilen und guten wirtschaftlichen Ergebnissen“ der Unternehmen und sei keineswegs als faires Angebot einzustufen.

In der Auseinandersetzung geht es aber auch um einen weiteren Aspekt: Die IG BCE geht mit dem Vorstoß in die Verhandlungen, Gewerkschaftsmitglieder beim Tarifabschluss besser zu stellen. Und die Ablehnung dieser Position, verbunden mit einer kritischen Einschätzung der Gewerkschaftsleistung, bringt Diekmann auf die Palme. Er weist darauf hin, dass in der IG BCE organisierte Arbeitnehmervertreter die Interessen der Branche vertreten – und das konsequent und mit entsprechenden Ergebnissen. So sei es letztlich auch dem Einsatz der Arbeitnehmervertreter in Zusammenarbeit mit der IG BCE zu verdanken, dass Unternehmen wir Ardagh weiterhin expandieren konnten.

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