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Gesundheitskonferenz in Bad Münder: Prävention im Fokus

BAD MÜNDER. Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont, seit vier Jahren gibt es dieses Etikett für den Landkreis. Das hinter dem Etikett sich viel mehr verbirgt, konnten Besucher am Mittwoch im Martin-Schmidt-Konzertsaal erahnen – zumindest, wenn sie einige der vielen Besucher zuordnen konnten.

„Wie können wir uns um die kümmern, die durch das Netz fallen? Thomas Altgeld Geschäftsführer LVG
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Denn in der Kurstadt war das Fachpersonal in Sachen Gesundheit, Krankenkassen und Bildungseinrichtungen im Landkreis und darüber hinaus zu Gast. Zur Gesundheitskonferenz hatte der Landkreis geladen, diesmal unweit der münderschen Heilquellen. Das Hauptthema: Prävention. Konkret standen diejenigen im Fokus, die nicht da waren. „Wie können wir uns um die kümmern, die durch das Netz fallen?“, stellte Thomas Altgeld eingangs die Frage. Denen helfen, die nicht regelmäßig den Arzt aufsuchen, die über gesunde Ernährung informieren, die keine Kochkurse besuchen. „Viel ging in den vergangenen Jahren in die individuelle Beratung“, erklärte Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit in Niedersachsen (LVG), den Weg des Geldes im Gesundheitsbereich der vergangenen Jahrzehnte. Inzwischen habe eine Veränderung stattgefunden – mit der Verabschiedung des Präventionsgesetzes in 2016 seien zusätzliche Millionen vor allem in die Versorgungssysteme geflossen – kurz: Krankenkassen und ähnliche Institutionen. „Denn dort hat sich noch nicht so viel verändert“, referiert Altgeld. Trotzdem jeder zehnte Job in Niedersachsen im Gesundheitswesen angesiedelt sei, obwohl es einen regelrechten „Boom“ in den Gesundheitsberufen gäbe. „Es gibt Titel bei Bewerbungen, da muss ich erstmal ins Lexikon schauen“, gesteht Altgeld mit einem Schmunzeln. Während rund um Wellness, Fitness und Ernährung immer mehr Produkte entstünden, sei im Gesundheitssystem lange nichts passiert. „Und deswegen sind wir hier genau richtig“, fasste Altgeld den Sinn der Konferenz zusammen.

Prävention, das geht auch bei Kleinigkeiten, wie Altgeld am Beispiel Schwimmen zeigte: Während es im Land immer mehr Spaßbäder gebe, würden gleichzeitig immer mehr Kindern nicht richtig Schwimmen lernen – was der Experte auf einen simplen Punkt herunterbrach: Die Eintrittspreise der Schwimmbäder. Denn vor allem Kinder, die von Armut betroffen oder bedroht sind, machen weniger Sport, bewegen sich weniger und können sich den Eintritt in ein teures Schwimmbad öfter nicht leisten. „Es kommt also auf ihre Ebene an“ apellierte er in Richtung Landrat Tjark Bartels und Bürgermeister Hartmut Büttner, die zuvor ihre Grußworte gesprochen hatten.

Dabei brachte auch die Getour als Gastgeber ihren kleinen Beitrag zur Prävention: Einen gesunden, grünen Smoothie mit Klee als besonderer Zutat – zubereitet von der Heipraktikerin Christina von Lachner-Dahm, ausgeschenkt in kleinen Schnapsgläsern.

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