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Entzündungen wie Parandontitis wirken sich auch auf den restlichen Körper aus

Gesund im Mund: So kommt der Organismus nicht zu Schaden

Parodontitis zählt inzwischen zu den Volkskrankheiten, und viele Betroffene haben bereits die ein oder andere zahnärztliche Behandlung hinter sich. Welch hohe Bedeutung die frühzeitige Therapie einnimmt, weiß Dr. Ralf Luckey, MSc, leitender Zahnarzt am Diagnostikzentrum für Implantologie und Gesichtsästhetik (DIG) der Implantatzahnklinik in Hannover (IKH):

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Parodontitis zählt inzwischen zu den Volkskrankheiten, und viele Betroffene haben bereits die ein oder andere zahnärztliche Behandlung hinter sich. Welch hohe Bedeutung die frühzeitige Therapie einnimmt, weiß Dr. Ralf Luckey, MSc, leitender Zahnarzt am Diagnostikzentrum für Implantologie und Gesichtsästhetik (DIG) der Implantatzahnklinik in Hannover (IKH): „Im engen Zusammenspiel des Organismus wirken sich Entzündungen im Mundraum auch auf den restlichen Körper aus. Daher fördern Parodontitis oder auch Periimplantitis bei Zahnimplantaten in einigen Fällen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege.“ Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Um besonders bei Risikogruppen frühzeitige Behandlungen zu ermöglichen, steht seit Kurzem ein Test zur Verfügung, der es ermöglicht, Parodontitis bereits im Anfangsstadium zu diagnostizieren, bevor sich sichtbare Merkmale zeigen. Zum Einsatz kommt der sogenannte PerioMarker-Schnelltest beispielsweise bei Schwangeren sowie Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen Gefäßverengungen oft mit Entzündungen einher. Denn diese Abwehrreaktionen des Körpers fördern Kalkablagerungen oder Verdickungen an den Innenwänden der Arterien. „Parodontitis oder Periimplantitis erhöhen das Risiko, dass Bakterien oder entzündungsfördernde Botenstoffe in die Blutbahn gelangen“, erklärt Dr. Luckey. Bei fortgeschrittenen Entzündungen dringen Bakterien auch in die Atemwege. Während dies bei gesunden Menschen selten ein Problem darstellt, beeinträchtigen die Krankheitserreger bei geschwächten Patienten die Lungenfunktion und können eine Lungenentzündung hervorrufen. Zu den Risikogruppen zählen beispielsweise chronisch Kranke und Senioren.

„Andersherum fördern auch bestimmte Vorgänge im Körper die Entstehung von entzündlichen Erkrankungen im Mundraum“, betont Dr. Luckey. „Meist handelt es sich dabei um eine wechselseitige Beeinflussung.“ So leiden Diabetiker bei schlechter Blutzuckereinstellung häufig unter Wundheilungsstörungen und einer erhöhten Infektionsgefahr. Entzündungen treten daher wesentlich schneller auf als bei gesunden Menschen und einmal entstandene Parodontitis hält sich oft hartnäckig. Demgegenüber führen Entzündungen – egal ob im Mund oder an anderer Stelle – zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte. Auch Schwangerschaften zählen zu den Risikofaktoren für Zahnfleischerkrankungen. „Als Grund hierfür lässt sich unter anderem der erhöhte Östrogenspiegel anführen, der das Wachstum von Bakterien fördert“, erläutert Dr. Luckey. Gleichzeitig vergrößert Parodontitis durch Bakterien und entzündungsfördernde Botenstoffe die Gefahr für Komplikationen in der Schwangerschaft.

Regelmäßige Kontrollbesuche gestatten dem Zahnarzt, bereits erste Anzeichen zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. „Frühe Hinweise auf eine parodontale Erkrankung geben spezielle Enzyme, die das Immunsystem bei Entzündungen freisetzt“, erläutert Dr. Luckey. „Diese lassen sich in nur zehn Minuten identifizieren.“ Im Anfangsstadium hilft oft schon eine Umstellung des Putzverhaltens oder eine professionelle Zahnreinigung. Bei Hinweisen auf andere Erkrankungen empfiehlt es sich, den Facharzt aufzusuchen.

Regelmäßige Kontrollbesuche gestatten dem Zahnarzt, bereits erste Anzeichen zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Frühe Hinweise auf eine parodontale Erkrankung geben spezielle Enzyme, die das Immunsystem bei Entzündungen freisetzt. Diese lassen sich aber schnell identifizieren.

Foto: djd_DEVK

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