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VHS-Frühjahrssemester: Bückeburger Filiale setzt zunehmend auf neue Projekte und neue Zielgruppen

Gestrafftes Angebot soll für mehr Teilnehmer sorgen

Bückeburg (mig). Nach einer Stagnation in den vergangenen Jahren meldet die VHS Schaumburg erstmals wieder steigende Teilnehmerzahlen. "Wir haben im letzten Jahr einen leichten Anstieg zu verzeichnen", freute sich Udo Ziert, Leiter der Bückeburger Geschäftsstelle, anlässlich der Vorstellung des neuen Frühjahrs-Programms. Positive Effekte erhofft sich Ziert auch von einer Straffung des Angebots: "Wir bieten beispielsweise nicht mehr zehn Seminare zu Meditation an, sondern nur noch fünf, die dann aber auch ganz sicher laufen."

Astrid Scholz (Verwaltung), Geschäftsstellenleiter Udo Ziert und

Neben einer Vielzahl neuer Angebote, liegt dem Geschäftsstellen-Leiter vor allem die Projektarbeit am Herzen. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist ein Kurs, der in Zusammenarbeit mit der JVA Bückeburg angeboten wird. Besonders ist ein Kurs, an dem Gefangene der Bückeburger JVA teilnehmen können. Ziel ist die Resozialisierung, das Projekt orientiert sich an einem schwedischen Modell ("Hilfe zur Selbsthilfe"). In sogenannten "Visionsräumen" können sich die Strafgefangenen umfassend über ihre Chancen außerhalb des Gefängnisses informieren; ebenfalls geplant ist der Aufbau eines regionalen Netzwerks. Vernetzung - diesmal aber in einem europäischen Maßstab - ist das Motto eines weiteren Projekts im neuen Programm. Seit einiger Zeit beteiligt sich die VHS Schaumburg an dem EU-Projekt "Together in Completeness" und bietet "Menschen mit Behinderung" verschiedene Seminare an ("Meine Hände sind Theater" oder "Film ab!"). Nachdem eine heimische Delegation die Partnerländer bereist hat, wird die Abschlusskonferenz des Projekts zwischen dem 26. und 29. Juni in Schaumburg stattfinden. Einigeder Seminar-Ergebnisse (Film) werden dabei vorgestellt. "Gerade für kleine Volkshochschulen sei der Blick über den Tellerrand und eine Vernetzung wichtig", freute sich Ziert auf diesen Termin. Neben der Projektarbeit und viel "Bewährtem" will die VHS Schaumburg aber auch in diesem Halbjahr wieder "neue Trends setzen" und direkt auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen. Im Zuge des "demographischen Wandels" werden gerade Themen, die Senioren und Seniorinnen betreffen, immer wichtiger. Besonders interessant hier: ein Kurs "Handybedienung für reifere Jahrgänge". In dem Kurs sollen die grundlegenden Funktionen des tragbaren Telefons erlernt werden, denn: "Viele ältere Leute haben Angst, den falschen Knopf zu drücken." Einen größeren Raum nimmt inzwischen auch wieder der Bereich "Kunstgeschichte" ein. In Zusammenarbeit mit der Universität Hannover findet ein Seminar zum Thema "Architektur verstehen - Einführung in die Architekturgeschichte" statt, ebenfalls neu angeboten wird ein Kurs "Kunstgeschichte: Stilkunde vom Barock bis Bauhaus" (Alexander Kwade). Drei Vorträge zum Thema dürften viele Bückeburger ebenfalls interessieren. Unter dem Titel "Weserrenaissance - was tun?" beschäftigt sich Florian Heidtmann mit der "Erlebniswelt Renaissance", die demnächst auch in Bückeburg anlaufen wird. "Die "Erlebniswelt Renaissance" wirft viele Fragen auf. Zugleich entstehen wieder neue Ideen", schreibt Heidtmann in der Vorankündigung und fragt: "Wie weit sollte bzw. darf den vermuteten Erwartungen eines erhofften Publikums zuliebe Geschichte kreativ genutzt werden?" Mindestens genauso spannend: der Vortrag "InBückeburg gab es einst..." von Historiker Florian Heidtmann, M.A., der unbekannte Fakten ans Licht holt. In dem Vortrag "Weser& Renaissance" will Insider Rolf Schönlau den Teilnehmern erläutern, warum ausgerechnet im Wesergebiet diese hohe Qualität und Dichte der Bauwerke entstehen konnte. Und auch für "Arbeit und Beruf" kann man in der heimischen VHS noch einiges lernen. "Führen durch das Wort" heißt ein neu in das Programm aufgenommenes Praxis-Seminar, das zur Verbesserung im Umgang mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen dienen soll. Paul-Egon Mense will in dem Kurs über "Vertrauen gewinnen" oder "Führen ohne Dominanz" sprechen. Weitere interessante Themen aus diesem Bereich: "Es ist noch kein(e) Leiter/in vom Himmel gefallen" und "Wenn es schwierig wird im Gespräch". Neben den berufsspezifischen Programmen verzeichnet auch der Sprachenbereich derzeit einen großen Zulauf. "Wir mussten "Deutsch als Fremdsprache" und die "Alphabetisierung" stark ausweiten", erläutert Ziert. Weil der Übergang fließend ist, werden die beiden Bereiche jetzt teilweise zusammengeführt. Das Programm der VHS kann bezogen werden bei der Geschäftsstelle Bückeburg, Schloss 3c, (0 57 22) 9 57 30. E-Mail: info@vhs-schaumburg.de . Außerdem ist das Programm im Netz abrufbar: www.vhs-schaumburg.de

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